Zurück von unserem Ausflug in die Halong Bucht ging es am nächsten Morgen von Hanoi mit einem Liegebus (der Bus hat für jeden ein kleines Bett) in ca. 7h für 400.000 Dong (~15€) pro Person in die Berge nach Sapa.

Sapa ist eine kleine Stadt auf 1600 Meter Höhe, die von einer wunderschönen Berglandschaft umgeben ist und für ihre herrlichen Reisterrassen bekannt ist. Sapa selbst hat nicht sonderlich viel zu bieten außer Hotels, Restaurants und Geschäften.

Dafür ist die umliegende Landschaft umso schöner und das Klima angenehm mild. In den kleinen Bergdörfern leben verschiedene Stämme, die anhand ihrer Kleidung erkennbar sind: die Hmong, Red Dao und Tay. An unserem ersten Abend in Sapa gab es einen großen Markt in der Stadt, auf dem die Frauen und Kinder der Bergstämme handgemachte bunte Taschen, Kleidung, Tücher, etc. verkauften. Es wurde auch traditionell getanzt und musiziert – eine tolle Atmosphäre.

Wanderung zu traditionellen Dörfern

Für den nächsten Tag hat unser Hotel uns eine Trekkingtour durch die Reisterrassen zu traditionellen Dörfern geführt von einer Hmong-Frau organisiert (Kostenpunkt 400.000 Dong (~15€) pro Person inklusive Lunch und Shuttlebus zurück nach Sapa). Um 8.30 Uhr holte unsere nette Führerin uns zusammen mit einem deutschen Ehepaar und 2 holländischen Mädels am Hotel ab und es ging los. Wir wanderten durch die Reisterrassen entlang von schmalen Pfaden und hatten immer das herrliche Bergpanorama im Blick.

Nach kurzer Zeit wurden wir von weiteren Frauen und einem kleinen Mädchen der Hmong begleitet, die uns an schlammigen und rutschigen Stellen halfen. Dafür wollten sie natürlich am Ende der Wanderung ihre handgemachten hübschen, farbenfrohen Taschen und Tücher an uns verkaufen oder ein kleines Trinkgeld. Neben der Reisernte, die nur einmal im Jahr ist, leben die Stämme von den Touristen.

Da die Reisernte im September stattfindet, waren die Reisfelder bei unserem Besuch bereits abgeerntet und haben leider nicht in dem typischen strahlenden Grün geleuchtet. Die Landschaft war aber trotzdem wunderschön und sehr sehenswert.

Unterwegs trafen wir immer wieder Mitglieder der einzelnen Stämme in ihrer farbenfrohen Kleidung und man hatte fast das Gefühl die Menschen mit ihren exotischen Gesichtszügen gehören Stämmen in den Anden und nicht in Vietnam an.

Unsere Begleiter bastelten unterwegs Herzen und Pferde aus Pflanzen für uns und unser Guide bot uns ein Stück Zuckerrohr zum Probieren an. Wir konnten ihr alle möglichen Fragen stellen und haben so interessantes über die Kultur der Stämme erfahren.

Eine unserer Begleiterinnen war hoch schwanger und wie unser Guide berichtete gehen die Frauen vor der Geburt nie zum Arzt und können nur schätzen wann das Kind kommt. Sie wandern dann noch täglich bis wenige Tage vor der Geburt oder bekommen ihr Kind manchmal sogar am Wegesrand. Ärztliche Hilfe bei der Geburt gibt es nicht, höchstens eine Hebamme. Da ist man doch froh über die ärztliche Versorgung in good old and cold Germany.

Dann stiegen wir zu einem kleinen Dörfchen inmitten der Reisterrassen ab wo wir in einem einfachen Restaurant ein sehr leckeres vietnamesisches Mittagessen mit Tofu, Gemüse und Reis genießen konnten.

Nach dem Essen mussten wir uns etwas beeilen, da bereits der Shuttlebus zurück nach Sapa auf uns wartete. Ein paar Eindrücke konnten wir vom Dorfleben aber dennoch sammeln.

Obwohl die Tour landschaftlich unglaublich schön und unser Guide sehr nett war, fanden wir es etwas zu gehetzt. Man hatte kaum Zeit mal in Ruhe ein paar schöne Fotos zu machen, denn dann war unser Guide schon wieder hunderte Meter im Vorsprung. Nach dem Essen war es dann nur noch ein Hetzen zum Bus, was etwas schade war. Ohne unsere Nachfragen hat unser Guide von sich aus auch leider nicht viel zur Landschaft und Kultur berichtet. Man kann die Tour also auch einfach auf eigene Faust machen oder man lässt sich von einigen der vielen Black Hmong begleiten, die einen auf dem Weg ansprechen.

Mehr Fotos von unserer Trekkingtour findet Ihr hier.

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Cat Cat und Sin Chai

Am nächsten Tag sind wir nach Cat Cat, einem kleinen Dorf ganz in der Nähe von Sapa gewandert. Der Ausblick auf dem Weg dorthin war der Hammer und auch das Wetter spielte gut mit.

Von Cat Cat selbst waren wir allerdings enttäuscht. Das Dorf ist nur auf Touristen ausgelegt, das echte Leben der Tribes findet man hier nicht. Nachdem man 70.000 Dong (~2,60€) Eintritt pro Person gezahlt hat geht man zunächst entlang einiger Souvenirläden und erreicht dann einen kleinen unspektakulären Wasserfall sowie ein Wasserkraftwerk aus der französischen Kolonialzeit. Das kann man sich unserer Meinung nach wirklich sparen.

Viel besser gefallen hat uns hingegen das Dorf Sin Chai, das man bequem zu Fuß von Cat Cat erreicht. Hier bekommt man einen tollen Einblick in das alltägliche Leben der Tribes und trifft kaum andere Touristen. Man läuft über eine kleine Straße durch das Dorf inmitten der herrlichen Berglandschaft, passiert kleine Häuser und viele Felder und trifft auf jeden Fall eine Menge tierische Bewohner.

Wir wurden auch von einigen Schulkindern überholt und trafen Bewohner bei der Feldarbeit oder beim Büffel treiben.

Außerdem hat man von Sin Chai aus einen herrlichen Blick auf die Seilbahn die zum 3143m hohen Fansipan führt.

Ein Ausflug nach Sin Chai ist definitiv sehr empfehlenswert. Von Sin Chai sind wir zurück nach Cat Cat gelaufen und haben dort ein Taxi nach Sapa genommen, da wir vor unserer Abreise nach Hanoi am Nachmittag noch gemütlich was essen wollten.

Mehr Fotos von unserem Ausflug gibt es hier.

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Unterkunftstipp

Sapa Romance Hotel: Dieses kleine schnuckelige Hotel mit günstigen Zimmern ist ruhig gelegen und sehr gepflegt. Wir hatten ein riesengroßes neues Zimmer mit einer Klimaanlage die auch heizen konnte (extrem wichtig in Sapa da es echt kalt werden kann!). Das Frühstück ist sehr lecker mit frischen Pancakes und man bekommt so viel nach wie man möchte. Die Besitzerin ist super freundlich und hilft beim Organisieren von Touren, Weitertransport, etc.

Restauranttipps:

Good Morning View Restaurant: Süßes kleines Restaurant mit entspannter Musik, freundlichem Service und unglaublich leckerem Essen zu günstigen Preisen. Besonders die Fresh Spring Rolls und das Chicken Curry das in einer Kokosnuss serviert wird (Portion reicht für 2) sind ein Gedicht.

Einmal hatten wir das preiswerte Mittagsmenü mit Kürbissuppe, Reis, Gemüse und Hähnchen sowie Pancake zum Nachtisch – mega lecker. Außerdem habe ich hier den allerbesten „Egg Coffee“ (eine vietnamesische Spezialität: Kaffee mit süßem Eierschaum) in ganz Vietnam getrunken – den muss man probiert haben!

Viet Emotion: Sehr schönes Restaurant / Bar mit toller Atmosphäre. Hier haben wir nur eine heiße Schoki getrunken, können zum Essen also nichts sagen.