Zugfahrt von Bangkok nach Chiang Mai und zurück

Nach den sonnen- und erholungsreichen Tagen auf Koh Chang sind wir mit einem Expresszug in 11h von Bangkok in den Norden nach Chiang Mai gefahren, da dort vom 2.-4. November das Lichterfest stattgefunden hat. Weil das Fest sehr beliebt ist sind die Zugtickets oft schon lange im Voraus ausgebucht und die Flugtickets werden immer teurer. Wir haben online über die Website 12 Go Asia für 42€ pro Person noch Hin- und Rückfahrttickets mit dem Zug ergattert, die zu unserem Hotel in Bangkok geschickt wurden. Man zahlt zwar eine Provision und somit mehr als am Bahnhof, aber wenn man noch nicht in Thailand vor Ort ist um die Tickets direkt am Bahnhof zu kaufen ist die Onlinebuchung eine super Option.

Der Expresszug nach Chiang Mai war ganz ok für asiatische Verhältnisse und es gab sogar kostenlose Verpflegung wie bei einem Langstreckenflug im Flieger: morgens Kekse und Tee/Kaffee, mittags warmes Essen und nachmittags noch süßes Gebäck. Wir waren aber nach 11h auch froh den Zug endlich verlassen zu können, zumal einige kleine ekelige Schaben sich hin und wieder ihren Weg durch den Zug suchten.

Der Zug zurück war leider kein Expresszug und hat ca. 15h gebraucht – das war schon ein ziemlicher Pain und hart an der Schmerzgrenze. Da es kein Catering gab haben sich alle 5 Minuten schreiende Verkäufer mit ihren großen Warenkörben durch die engen Gänge gedrängt, was unsere Nerven ganz schön strapaziert hat.

Lichterfest

Das Lichterfest wird in Thailand am Tag des Vollmonds im 12. Monat des thailändischen Lunisolarkalenders gefeiert und findet meist im November statt – in diesem Jahr war es vom zum Beispiel vom 2.-4. November. In Chiang Mai wird sowohl das Loi Krathong gefeiert, wo kleine dekorierte Flößchen auf ihren Weg über den Fluss geschickt werden als auch das Yi Peng, bei dem man hunderte leuchtende Papierlaternen in den Nachthimmel aufsteigen lässt. Außerdem ziehen Umzüge durch die Stadt.

In Chiang Mai gibt es zwei verschiedene Orte für die leuchtenden Laternen. Das richtige Yi Peng findet auf der Nawarat Bridge statt, von wo die Laternen in den Nachthimmel fliegen – hier gehen auch die Einheimischen hin. Eine zweite Veranstaltung für Touristen ist an der Mae Jo University außerhalb der Stadt, wo die Laternen im Rahmen eines Programms gleichzeitig aufsteigen, allerdings zahlt man hier über 100 USD Eintritt. Wir haben nur das echte Yi Peng besucht und waren sehr begeistert.

Chiang Mai

Als wir abends in Chiang Mai angekommen sind waren wir relativ schnell verzaubert von der Stadt. Die ganze Stadt war mit bunten leuchtenden Lampions und Lichterketten geschmückt und am Himmel konnte man bereits vereinzelt einige der Laternen fliegen sehen.

Es gibt viele charmante kleine Gässchen und an jeder Ecke tolle Cafés und Restaurants. Wir waren einen Tag zu Fuß auf Entdeckungstour durch Chiang Mai und haben uns am zweiten Tag Fahrräder gemietet um durch die Stadt zu cruisen, was extrem entspannt war.

In Chiang Mai gibt es außerdem viele kleine Tempel und Pagoden zu entdecken.

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Besonders schön ist der große Wat Chedi Luang Tempel im Stadtzentrum.

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Ansonsten kann man einfach durch die Straßen der Altstadt fahren oder an der alten Stadtmauer entlang – es gibt überall etwas zu entdecken. Zum Lichterfest gibt es auch an einigen Orten Veranstaltungen oder besondere Lampiondekorationen, z.B. am 3-Kings-Monument oder den Tempeln. Am besten im Hotel nachfragen oder ein offizielles Programm vom Lichterfest besorgen.

Besonders abends ist der Nachtmarkt (Night Bazaar) sehr sehenswert. Der „Ploen Ruedee“ Street Food Market in einer der Straßen ist an Atmosphäre und Essensangeboten nicht zu übertreffen. Hier haben wir an zwei Abenden der Live-Musik gelauscht und verschiedene Leckereien probiert (besonders die belegten Bao und das Eis, das frisch auf einer Platte gemacht und zu kleinen Röllchen geschabt wird, sind der Hammer). Überall hängen bunte Fahnen und Lichterketten und die Stimmung ist super, sodass man sogar zur Live-Musik den Dancefloor rocken kann.

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Mehr Fotos vom bunten Chiang Mai gibt es hier.

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Ein Himmel voller Laternen – Yi Peng

Abends ab 19 Uhr bis ca. 1 Uhr kann man auf der Nawarat Bridge über dem Ping River die leuchtenden Papierlaternen steigen lassen.

Es ist der absolute Wahnsinn, wenn hunderte Lichter in den schwarzen Nachthimmel steigen und sich immer weiter entfernen bis sie aussehen wie kleine funkelnde Sterne. Ab und zu wird als i-Tüpfelchen noch ein Feuerwerk abgeschossen. Das sind definitiv Augenblicke, die man nie mehr vergisst. Trotz der vielen Leute ist das Lichterfest absolut magisch und atemberaubend schön.

Die Papierlaternen gibt es an jeder Ecke zu kaufen, wobei die Großen zwischen 50-80 Baht (1,25€-2€) kosten (am letzten Tag werden die Laternen übrigens immer günstiger, je später es wird). Bei geschicktem Verhandeln bekommt man ein Feuerzeug gratis dazu. Dann sucht man sich am besten einen Platz am Brückengeländer, faltet die Laterne auseinander und zündet unten den mit Bienenwachs getränkten Ring an. Anschließend stellt man die Laterne auf den Boden während man sie oben an den Ecken festhält, denn es kann ganz schön windig werden. Viele Leute lassen die Laternen viel zu früh steigen wenn die Luft in der Laterne noch nicht genug aufgeheizt ist – dann stürzen die Laternen in den Fluss. Also lange genug warten bis man merkt dass die Laterne abheben möchte. Dann nimmt man sie unten mit beiden Händen hoch und lässt sie mit einem kleinen Stupser über das Brückengeländer in den Nachthimmel steigen. Was wünschen nicht vergessen!

 

Mehr Fotos vom Laternenwahnsinn findet Ihr hier.

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Loi Krathong

Ebenfalls an der Nawarat Bridge werden unten am Fluss vom Ufer und kleinen Stegen aus die Krathongs auf ihre Reise über den Fluss geschickt.

Krathongs sind kleine Flößchen aus Bananenstauden oder Brotteig, die oft mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen bestückt werden. Wenn man die Flößchen ins Wasser lässt soll mit ihnen aller Ärger wegschwimmen.

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Zeremonie am Wat Phan Tao Tempel

Am Wat Phan Tao Tempel ist es tagsüber schon wunderschön. Vor dem Tempel steht eine kleine goldene Buddhafigur unter einem riesigen Baum, der mit unzähligen bunten Lampions geschmückt ist.

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Die Atmosphäre am Abend bei der traditionellen Zeremonie, in welcher die Mönche in einem Lichtermeer aus Kerzen unter dem Baum meditieren, ist aber mit Worten nicht zu beschreiben. Wenn man vorher noch nicht verzaubert war vom Lichterfest ist man es spätestens hier. Einziger Wermutstropfen ist der Ansturm von Touristen, sodass man früh da sein muss um einen Platz in den vorderen Reihen zu ergattern oder in Kauf nehmen muss dass man außer Kameras und Selfiesticks nicht viel sieht.

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Bunte Parade durch Chiang Mai (oder Karnevalsumzug thailändischer Art)

Zum Lichterfest führt abends eine riesige Parade ähnlich wie ein Karnevalsumzug in Deutschland vom Thapae Gate durch die Straßen Chiang Mais Richtung Nachtmarkt. Es gibt große aufwendig verzierte Wagen, Musik und jede Menge traditionelle Kostümierungen zu bestaunen.

Einfach einen Platz entlang der Strecke mit guter Sicht suchen und sich von den vielen Eindrücken, Klängen und Lichtern verzaubern lassen – so etwas bekommt man nicht an jeder Ecke zu sehen 😉 .

Mehr Fotos findet Ihr hier.

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Unterkunftstipp

The Grace House: Unglaublich charmantes kleines Hotel mit süßen Zimmern zu sehr günstigen Preisen.

Leckeres Frühstück gibts nebenan im Grace Café, das super schön eingerichtet ist. Die Lage außerhalb der Altstadt direkt um die Ecke vom Nachtmarkt ist für einen Besuch des Lichterfests absolut perfekt, da die meisten Veranstaltungen in der Nähe des Nachtmarkts stattfinden und auch die Brücke von der man die Lampions steigen lässt schnell zu erreichen ist.

Restauranttipps

MO Rooms: Super stylisches „Art Hotel & Restaurant“ mit sehr leckerem Essen. Die Pad Thai mit Garnelen sowie der Reis mit Pfefferhühnchen sind der Hammer.

JJ’s Trattoria In diesem kleinen Restaurant hatten wir leckere italienische Pasta und bekamen als Vorspeise kostenlos Bruschetta.

Roti: An einem der vielen Straßenstände unbedingt einen Roti mit Nutella essen – super lecker.