Rückblick

Myanmar hat uns total verzaubert und ist bisher das größte Highlight unserer Reise. Es gibt atemberaubende Landschaften und sehr viel Kultur zu entdecken, wobei jeder Staat in Myanmar seine ganz eigenen Besonderheiten hat, sodass das Land unheimlich facettenreich ist. Überall trifft man offene, neugierige, freundliche Menschen, die einem immer ein Lächeln schenken und einem das Gefühl geben herzlich willkommen zu sein.

Myanmar ist noch nicht so weit entwickelt wie viele andere asiatische Länder aber die derzeitige Entwicklung ist rasant. Obwohl es natürlich schon viel Tourismus gibt, hat sich Myanmar eine gewisse Ursprünglichkeit bewahrt, die unglaublich charmant ist. Wir würden jedem eine Reise nach Myanmar ans Herz legen. Allerdings sollte man als Asien-Neuling vielleicht erst ein paar Erfahrungen in einem etwas weiter entwickelten asiatischen Land sammeln um nicht einen allzu großen Kulturschock zu bekommen, es sei denn man ist sehr abenteuerlustig.

Das Land hat ein gut ausgebautes Busnetzwerk und es gibt einige neue Express-Highways. Trotzdem nimmt das Reisen in Myanmar sehr viel Zeit in Anspruch und kann mitunter extrem anstrengend und wenig komfortabel sein. Wenn man aber viel vom Land sehen will sollte man das in Kauf nehmen.

Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir Myanmar überhaupt bereisen, da es derzeit einige Konflikte gibt und die ethnische Minderheit der Rohingya aus dem Land vertrieben wird und unter schlimmen Umständen flüchten muss. Es war für uns ein Gewissenskonflikt ob man in einem Land Urlaub macht während einigen Leuten dort großes Leid widerfährt. Andererseits ist der Tourismus eine wichtige Lebensgrundlage für viele Menschen in Myanmar, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben. Das konfliktgeprägte Land wurde erst vor einigen Jahren für den Tourismus geöffnet – ein Rückschritt wäre sehr schade. Letztlich haben wir uns dann dafür entschieden und unsere Entscheidung nicht bereut. Wir haben während unserer ausgedehnten dreiwöchigen Reise quer durch Myanmar rein gar nichts von den Konflikten mitbekommen und es war in allen Gebieten sicher. Wir hoffen, dass die Vertreibung der Rohingya schnellstmöglich gestopt wird und alle ethnischen Gruppen in Myanmar wieder friedlich zusammenleben können.

Reiseroute für drei Wochen in Myanmar

Yangon [2-3 Tage]

Die Hauptsehenswürdigkeit in Yangon ist die riesige Shwedagon Pagode, die eine der wichtigsten buddhistischen Stätten ist. Hier kann man bereits einige Stunden verbringen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Ansonsten empfiehlt sich ein Rundgang durch die Stadt, die neben dem ganz normalen asiatischen Großstadtchaos wunderschöne gut erhaltene aber auch zerfallende Kolonialbauten zu bieten hat. Es lohnt sich zudem ein Besuch von China Town und dem Kandawgyi See. Außerdem gibt es noch zahlreiche kleinere Pagoden und Tempel zu erkunden.

Mehr Tipps zum Aufenthalt in Yangon gibt es hier.

Die riesige Shwedagon Pagode in Yangon

Buntes Treiben in Yangons Straßen

Golden Rock [1 Tag]

Die etwa 4-ständige Busfahrt von Yangon zum Golden Rock lohnt sich total. Am besten eine Nacht in Kinpun buchen und am nächsten Morgen den Goldenen Felsen besuchen. Die Truck-Fahrt auf den Berg ist ein riesen Abenteuer und oben angekommen kann man in eine ganz andere Welt abtauchen und das bunte Treiben auf sich wirken lassen. Als wir da waren haben wir zudem kaum andere Touristen getroffen.

Mehr zu unseren Erlebnissen am Golden Rock findet ihr hier.

Der Goldene Fels

Mönche beim Spenden sammeln

Hpa-an [1-3 Tage]

Vom Goldenen Felsen kann man einen Bus nach Hpa-an nehmen, der ca. 4 Stunden braucht. Hpa-an selbst ist nicht sehr schön, allerdings ist die Umgebung mit den vielen Karstfelsen, Reisfeldern und riesigen Höhlentempeln absolut sehenswert. Je nachdem wie viel Zeit man hat und wie gut das Wetter ist, kann man hier 1-3 Tage verbringen. Wir haben eine Tagestour mit einem Tuk Tuk durch die wunderschöne Landschaft zu den schönsten Höhlentempeln und Pagoden gemacht.

Mehr zu Hpa-an findet ihr hier.

Karstfelsen und leuchtend grüne Reisfelder

Einer der vielen Höhlentempel

Kalaw [2 Tage]

Von Hpa-an dauert es schon etwas länger um nach Kalaw zu kommen. Wir haben zunächst einen 6-stündigen Bus nach Yangon genommen und anschließend einen ca. 11-stündigen Nachtbus nach Kalaw.

Kalaw selbst ist ein kleines Städtchen, wo es nicht sonderlich viel zu sehen gibt. Man sollte aber unbedingt eine mehrtägige Trekkingtour zum Inlesee machen. Wir haben eine 2-tägige Tour mit Übernachtung in einem traditionellen Dorf bei einer Familie gemacht. Dabei konnten wir hautnah das alltägliche Leben der Menschen kennenlernen und haben tief gehende Eindrücke gesammelt, die wir wohl nie vergessen werden. Definitiv eins der größten Highlights unserer Reise durch Myanmar und jedem zu empfehlen, der mal eine Nacht auf ein bequemes Bett, fließendes Wasser und eine richtige Toilette verzichten kann.

Zum ausführlichen Blogeintrag über unsere Trekkingtour von Kalaw zum Inle-See geht’s hier entlang.

Kinder in einem der vielen kleinen Dörfer

Dorfbewohnerin mit Baby

Inle-See [2-3 Tage]

Wenn man von der Wanderung am Inle-See ankommt kann man erstmal die Füße hochlegen und die herrliche Landschaft genießen. Die restlichen Tage lohnt sich eine Fahrradtour durch die kleinen Dörfer entlang des Seeufers und ein ganztägiger Bootsausflug zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf dem See: die schwimmenden Dörfer, die schwimmenden Gärten, die berühmten Einbein-Ruderer, verschiedene Handwerksbetriebe, die Langhalsfrauen, eine Pagode und ein Kloster.

Mehr zum Aufenthalt am Inle-See findet ihr hier.

Traditioneller Einbein-Ruderer

Schwimmendes Dorf

Bagan [3 Tage]

Vom Inle-See kann man mit einem Bus in ca. 8h nach Bagan fahren. Bagan ist ein absolutes Muss jeder Myanmar Reise. Die riesige Pagodenlandschaft mit über 2000 Tempeln ist unglaublich beeindruckend und kann nicht an einem Tag erkundet werden. Wir waren 3 volle Tage dort und haben die Tempel auf eigene Faust mit einem Elektroscooter erkundet. Besonders magisch sind Sonnenaufgang und -untergang über den Pagodenfeldern.

Tipps zur Tempelerkundung in Bagan und eine Liste der schönsten Tempel erhaltet ihr hier.

Mystische Tempellandschaft zum Sonnenuntergang

Blick von einem der vielen Tempel

Mandalay [2 Tage]

Von Bagan nach Mandalay haben wir ein Boot genommen, das ca. 12h lang den Irrawaddy River rauf fährt. Solch eine Bootsfahrt ist eine tolle Alternative zu einer weiteren Busfahrt, auch wenn sie deutlich länger dauert.

Mandalay selbst hat uns nicht sonderlich gefallen da es sehr laut und dreckig ist. Man kann sich aber an einem Tag sicherlich den Königspalast und weitere Sehenswürdigkeiten anschauen sowie einen Stadtrundgang machen. Absolut empfehlenswert ist ein Tagesausflug in die umliegenden alten Königsstädte Amarapura, Inwa und Sagaing.

Mehr Tipps zu den Königsstädten gibt es hier.

U Bein Brücke in Amarapura

Pagodenbedeckte Hügel in Sagaing

Hsipaw [1-3 Tage]

Von Mandalay haben wir noch einen Abstecher Richtung Nord-Osten ins kleine Städtchen Hsipaw gemacht, das man in einer 6-stündigen Busfahrt erreicht. Auf dem Weg kann man auch noch einen Tag in Pyin U Lwin verbringen.

Hsipaw eignet sich bestens für Trekkingtouren in die umliegenden Dörfer und ist noch nicht von Touristen überrannt. Wir haben eine eintägige Wanderung mit einem lokalen Guide gemacht und dabei sehr ursprüngliche Dörfer und tolle Landschaften passiert. Von Hsipaw sollte man sich die abenteuerliche Zugfahrt über das Goteik Viadukt zurück nach Mandalay nicht entgehen lassen – definitiv ein Erlebnis.

Mehr Infos zu Hsipaw findet ihr hier.

Landschaft bei der Wanderung zum Wasserfall

Kind aus einem der kleinen Dörfer

Generelle Reisetipps für Myanmar

Finanzen

  • Die vielen Berichte im Internet, dass man meist nur mit US-Dollar zahlen kann, stimmen unserer Erfahrung nach nicht. Man kann fast immer in Kyat zahlen, wobei größere Ausflüge oft in USD gezahlt werden. Es schadet also nicht ein paar USD dabei zu haben. Die USD-Scheine müssen aber am besten neuwertig und ohne Flecken oder Risse sein, da sie sonst nicht angenommen werden. Wenn man Wechselgeld in Kyat erhält sollte man auch immer auf den Zustand der Scheine achten und diesen gegebenenfalls bemängeln falls man ganz schlechte Exemplare bekommt. Geldautomaten gibt es in allen größeren Städten.
  • Wie auch sonst in Asien sollte man fast immer und überall verhandeln, denn die zuerst genannten Preise sind häufig extremst überteuert.

Regeln und Verbote

  • Es gibt ein paar Regeln, an die man sich halten sollte. Es ist in Myanmar zum Beispiel verboten Brücken zu fotografieren (das Goteik Viadukt fotografiert aber trotzdem jeder). Außerdem sollte man nicht mit den Einheimischen über Myanmars Politik oder Regierung diskutieren da sie dann ernsthafte Probleme bekommen können.
  • Touristen ist es offiziell verboten motorisierte Roller zu mieten, wohingegen Elektroscooter erlaubt sind. An manchen Orten werden trotzdem motorisierte Roller an Touristen vermietet, davon sollte man jedoch absehen.

Gesundheit

  • Ein guter Mückenschutz (am effektivsten wenn das Mittel DEET enthält) sowie besonders abends lange Kleidung sind wichtig um sich vor Denguefieber und Malaria zu schützen.
  • Die medizinische Versorgung in einigen Gegenden Myanmars ist sehr schlecht, sodass eine gute Reiseversicherung und eine umfangreiche Reiseapotheke für den Notfall sehr wichtig sind.
  • Sonnencreme ist in Myanmar und auch sonst in Asien unglaublich teuer – wenn möglich also einen ausreichenden Vorrat aus Deutschland mitbringen.

Transport

  • An einigen Orten in Myanmar gibt es Uber oder Grab. Diese Dienste sind sehr zu empfehlen, da man dem Fahrer nicht mit Händen und Füßen erklären muss wo man hin will und verhindert wird, dass man beim Fahrpreis über den Tisch gezogen wird.
  • Wenn möglich sollte man immer nach VIP Bussen oder dem besten und komfortabelsten Busunternehmen fragen um die langen Busfahrten so angenehm wie möglich zu gestalten.
  • Es ist oft sehr hilfreich die Telefonnummer der Unterkunft bei sich zu haben. Wenn mal wieder ein Fahrer nicht weiß wo er hinmuss kann er eben beim Hotel anrufen.
  • Nicht wundern dass in Myanmar Rechtsverkehr herrscht aber ein Großteil der Autos Rechtslenker sind.

Sonstiges

  • Die Englischkenntnisse der Menschen in Myanmar sind oft sehr schlecht oder nicht vorhanden, sodass es mitunter ziemlich schwierig werden kann zu kommunizieren und sein Anliegen mitzuteilen. Mit Händen und Füßen kommt man aber meist doch ans Ziel.
  • Beim Besichtigen von Tempeln und Pagoden immer eine lange Hose anziehen oder ein Tuch mitbringen das man sich um die Hüfte binden kann.