Von Mandalay ging es mit einem Bus für 7.000 Kyat (~4,40€) pro Person in ca. 6h weiter Richtung Nord-Osten nach Hsipaw, einer Kleinstadt im Shan-Staat, in deren Umgebung man super wandern kann.

Trekkingtour durch Shan Dörfer zu einem Wasserfall

Am nächsten Morgen haben wir unseren einheimischen Guide Jo Jo (E-Mail: pearlvilla111@gmail.com , Tel.: 09-47304311) von der Conqueror Guides‘ Group (Ko Oo) in unserem Hotel getroffen. Jo Jo ist 69 Jahre alt, top fit, super nett und spricht sehr gut Englisch. Er hat uns einen Tagestrek zu einem Wasserfall sowie durch Shan Dörfer empfohlen, den wir dann für 12.000 Kyat (~7,50€) pro Person auch gebucht haben.

Wir verabredeten uns für 8.30 Uhr und Jo Jo wollte sich ebenfalls noch umziehen. Als wir in unseren Trekkingklamotten mit Rucksäcken in die Lobby kamen trafen wir unseren Guide zu unserer Überraschung in einer weiten Anzugshose, Hemd und Flip Flops mit einem großen Hut auf dem Kopf und einer kleinen Flasche Wasser in der Hand an – na dann konnte die Trekkingtour ja starten 😀 !

Wir liefen zunächst durch Hsipaw und erreichten dann eine schöne Landschaft mit Reisfeldern so weit das Auge reicht.

Unser Guide Jo Jo

Jo Jo erklärte uns immer wieder interessante Dinge zur Flora und Fauna, Kultur sowie zur Geschichte der Region. Es gab unter anderem mal eine österreichische Prinzessin, die an einer Universität in Amerika den Shan Prinzen kennengelernt hat und mit ihm nach Hsipaw gekommen ist ohne zu wissen, dass er ein Prinz ist. Zu ihrer großen Überraschung wurden sie vom ganzen Volk jubelnd empfangen.

Wir passierten auch einige kleine Häuschen und Kinder schauten uns neugierig nach als wir vorbeiliefen.

Völlig unerwartet kamen wir dann an einer „Müllhalde“ vorbei, oder besser gesagt an Müllbergen, die einfach in die Landschaft gekippt und angezündet werden. Es ist ein trauriger und schockierender Anblick, giftige Rauchschwaden aus diesem stinkenden Müll aufsteigen zu sehen während im Hintergrund die schönste Natur mit einem Wasserfall erkennbar ist.

In Asien muss in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz noch einiges passieren. Überall wird Müll hingeschmissen (wir haben schon unzählige Male entsetzt dabei zugesehen wie Leute einfach ganz selbstverständlich ihren Plastikmüll auf den Boden oder in die Natur werfen) oder offen verbrannt während Kinder drum herum spielen oder gleich daneben Gemüse angebaut wird.

Aber wie uns Jo Jo berichtet hat wird unter der derzeitigen Präsidentin einiges für den Umweltschutz getan und die Schulkinder werden für dieses Thema sensibilisiert, was in der Vergangenheit nicht der Fall war.

Nachdem wir die Müllberge hinter uns gelassen hatten liefen wir weiter über Feldwege durch die herrliche Landschaft.

Ab und zu kamen uns Einheimische entgegen und auf den Feldern links und rechts vom Wegesrand waren die Menschen mit der Feldarbeit beschäftigt.

Dann kamen wir an einigen Häusern vorbei, an denen uns ein kleines neugieriges Mädchen Blätter schenkte und uns High Five gegeben hat. Wir hatten kleine Süßigkeiten dabei, worüber sie sich total gefreut hat.

Wir überquerten noch zwei kleine Bäche bevor ein kurzer steiler Anstieg zum Wasserfall kam.

Und dann erreichten wir den schönen Wasserfall, der uns mit seinen kühlen Wassertröpfchen eine willkommene Abkühlung bei der Hitze bescherte.

Als wir wieder aufbrachen kam ein Mönch mit einer Gruppe Novizen zum Baden an den Wasserfall und die Jungs hatten sichtlich Spaß im kühlen Nass.

Auf dem Rückweg nach Hsipaw wanderten wir wieder durch wunderschöne Landschaften und an kleinen Siedlungen vorbei.

Wir passierten auch verschiedene kleine Tempel.

Dann zeigte uns Jo Jo noch ein Kloster, in dem kleine Nonnen leben. Einige der Mädchen haben traurigerweise keine Familie mehr oder ihre Familie ist sehr arm und hat sie ins Kloster geschickt damit sie ernährt werden und Schulbildung erhalten. Die Klöster leben von den Spenden der Gläubigen.

Wir liefen weiter durch Felder, wobei es am Wegesrand schöne Blumen und zahlreiche Schmetterlinge zu bestaunen gab.

Zur Mittagszeit erreichten wir ein kleines Dorf, im dem wir bei einer Familie eine frische Shan-Nudel-Suppe aßen.

Gestärkt wanderten wir dann in der Hitze noch durch einige Shan Dörfer und konnten einen Eindruck vom alltäglichen Leben der Menschen gewinnen.

Wir kamen auch an einer Schule vorbei, wo kleine Kinder am Singen und Tanzen waren.

Gegen Nachmittag erreichten wir dann erschöpft aber um viele Eindrücke reicher wieder unser Hotel in Hsipaw.

Weitere Fotos von unserer Trekkingtour findet ihr hier.

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Jo Jo haben wir am nächsten Morgen noch einmal getroffen, denn er hat netterweise für uns die Zugtickets nach Pyin U Lwin besorgt und zum Hotel gebracht, sodass wir nicht früh morgens am Bahnhof sein mussten.

Atemberaubender Sonnenuntergang am Sunset Hill

Abends haben wir uns dann von einem Tuk Tuk auf den Sunset Hill in Hsipaw fahren lassen, von wo man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang haben soll. Und wir wurden nicht enttäuscht: der rote Feuerball hat den Himmel tief orange gefärbt und ist dann langsam hinter nebeligen Hügeln untergegangen – ein Träumchen.

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Unterkunftstipp

Golden Guest Hotel:

Sehr schönes neues Hotel mit sauberen Zimmern, nettem Personal und tollem Frühstück zu günstigen Preisen. Beim Frühstück bekommt man zusätzlich zu seinem gewählten Essen auch kleine Teller mit lokalen Speisen, wie z.B. sticky rice mit braunem Zucker, der extrem lecker war. Der Service des Hotels ist unschlagbar – wir wurden ohne es zu wissen direkt vom Bus abgeholt und kostenlos zum Hotel gebracht und abends hat man uns zum Essen gefahren. Außerdem arbeitet das Hotel mit einem tollen lokalen Anbieter von Trekkingtouren zusammen und die einheimischen Guides kommen direkt zum Hotel um gemeinsam die perfekte Tour auszuwählen. Morgens konnten wir aus unserem Zimmerfenster Mönche sehen, die durch die Stadt liefen um Essensspenden zu sammeln.

Restauranttipp

Kumudra Hill: Super schönes Restaurant mit tollem Ausblick, das von einem sympathischen Franzosen geführt wird. Die Produkte sind fast alle hausgemacht und extrem lecker. Da die Hotelanlage mit Restaurant etwas außerhalb liegt haben wir einen kostenlosen Transport zurück zu unserer Unterkunft bekommen.