Gegen Nachmittag sind wir nach unserer zweitägigen Trekkingtour am Inle-See angekommen und mussten noch eine Eintrittsgebühr für den Besuch der Region von 13.500 Kyat (~8,40€) pro Person entrichten. Unser Hotel lag in Nyaung Shwe, ein kleines Städtchen im Norden des Inle-Sees, das durch einen Kanal mit dem See verbunden ist und für viele Touristen als Ausgangspunkt für Ausflüge rund um und auf dem See dient.

Den Rest des Tages haben wir im Hotelzimmer relaxt und vor allem erstmal ausgiebig geduscht. Es war ein herrliches Gefühl, wieder fließendes Wasser und eine richtige Toilette zu haben und den ganzen Matsch und Dreck loszuwerden. Auch unsere völlig verschlammten Schuhe haben wir erstmal geflutet und unsere siffigen Anziehsachen zur Wäscherei gebracht. Nachdem das Reinigungsprogramm durch war konnten wir dann am nächsten Tag frisch ins Abenteuer Inle-See starten.

Fahrradtour am Inlesee

Unser Hotel hat kostenlose Leihfahrräder angeboten, die zwar schon die besten Zeiten hinter sich hatten aber für eine gemütliche Fahrt am See entlang ausreichend waren. So machten wir uns bei traumhaft sonnigem Wetter auf unseren klapprigen Rädern, die eigentlich auch etwas zu klein waren, auf Entdeckungstour rund um den Inle-See. Die Gegend ist relativ flach, sodass es sich hier entspannt fahren lässt – bis auf einen kleinen Berg, der mich mit diesem alten Drahtesel doch einiges an Kraft und Nerven gekostet hat.

Wir radelten zunächst von Nyaung Shwe an das Westufer des Inle-Sees Richtung Kaung Daing. Nach einiger Zeit führte am Straßenrand eine überdachte Treppe zu einer „Mountain View Pagoda“, von der man einen herrlichen Blick auf den See und die umliegende Landschaft hatte (der Aufstieg war bei der Hitze aber etwas anstrengend).

Auf dem weiteren Weg kamen wir an verschiedenen Dörfchen vorbei, in denen man sich einfach auf den vielen kleinen Wegen zwischen den Häusern verlieren konnte und dabei einen Eindruck vom alltäglichen Leben der Dorfbewohner bekommen hat. Um nicht die gleiche Strecke zurückzufahren ließen wir uns samt Fahrrädern von einem Boot für 2.500 Kyat (~1,5€) pro Person über den See ans gegenüberliegende Ufer nach Maing Thauk bringen. Von dort sind wir dann wieder zurück nach Nyaung Shwe getrampelt. Insgesamt haben wir so auf unserer Radtour doch ca. 25km auf den alten Drahteseln zurückgelegt.

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Ganztägige Bootstour über den Inle-See

Für den nächsten Tag hatten wir bei einem der vielen kleinen Tourenanbieter in Nyaung Shwe eine ganztägige Bootsfahrt über den Inle-See gebucht. Für nur 18.000 Kyat (~11€) hatten wir ein Boot mit Fahrer ganz für uns allein, der uns zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf dem See gebracht hat. Gegen 8.30 Uhr ging es los und wir sind zunächst den Kanal von Nyaung Shwe zum Inle-See entlang geknattert. Es ist nur leider etwas schade, dass die motorisierten Boote alle ziemlich laut und dreckig sind. Hoffentlich wird in den nächsten Jahren etwas mehr für den Umweltschutz getan.

Einbeinruderer beim Fischen

Am See angekommen treffen wir auch bereits auf die berühmten Einbeinruderer, die eine spezielle Technik entwickelt haben mit einem Bein das Ruder festzuklemmen und damit das Boot zu steuern, sodass sie ihre Hände zum Fischen frei haben. Das sieht mitunter sehr akrobatisch und anstrengend aus.

Wir passieren unzählige Fischer auf ihren Booten sowie Menschen die mit einem Holzstab Algen aus dem See fischen. Im Hintergrund sieht man immer die wunderschönen Shan-Berge, die sich rings um den See erheben und die Landschaft prägen.

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Schwimmende Dörfer

Wir fahren einmal komplett über den See um zu den faszinierenden schwimmenden Dörfern der Intha zu gelangen. Das sind ganze Dörfer, die komplett im Wasser gebaut sind. Die Häuser stehen auf Pfählen und jedes Haus hat ein kleines Kanu oder Boot, mit dem die Einwohner auf den kleinen Kanälen von A nach B kommen. Von Schulen über Restaurants und Pagoden gibt es hier alles, was man zum Leben braucht.

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Schwimmende Gärten

Der Inlesee-See ist auch berühmt für seine schwimmenden Gärten, in denen Obst und Gemüse angebaut wird. Eine Masse aus Sumpf, Wasserhyazinthen und Erde, die mit Bambuspfählen befestigt ist, bildet die Basis für die schwimmenden Felder im See. So fahren wir mit unserem Boot unter anderem zwischen Tomatenplantagen her und können einige Feldarbeiter auf ihren Booten bei der Arbeit beobachten. Irgendwie skurril so ein Feld im Wasser.

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Lokales Handwerk

Auf unserer weitern Bootstour halten wir an verschiedenen Handwerksbetrieben in Häusern auf dem Wasser.

Weberei

Zunächst stoppen wir an einer Weberei, die Lotusfasern, Seide und Baumwolle verarbeitet und werden von einer netten Dame durch das Gebäude geführt, in dem es aussieht wie an einem Filmset. An einer Station bricht eine Frau Lotusstängel auf und stellt daraus einen Faden her. Ein paar Meter weiter sitzen Frauen auf dem Boden am Spinnrad, in einer anderen Ecke werden die Spindeln aufgewickelt. Überall stehen alte klackernde Webstühle an denen Frauen bunte Tücher weben. Hier werden die traditionellen Longyis (bunte Tücher, die sowohl von Frauen als auch von Männern als eine Art Rock um die Hüften gebunden werden), Schals und weiteren Kleidungsstücke noch in Handarbeit hergestellt.

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Silberschmiede

An der nächsten Station – einer Silberschmiede – kann man zusehen wie Silber zu schönen Schmuckstücken im traditionellen Inle-Design verarbeitet wird. Hier habe ich mir als Andenken an unser Reiseabenteuer einen handgeschmiedeten Silberring gekauft.

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Zigarrenfabrik

Dann geht es in eine kleine Zigarrenfabrik, in der drei Frauen in filigraner Handarbeit Zigarren drehen.

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Bootsbauer

Da auf dem Inle-See viele Boote gebraucht werden, gibt es natürlich auch Bootsbauer, die aus Holz in einem langwierigen Prozess Boote herstellen. Dafür wird zunächst mit zwei Leuten und einer Blattsäge unter einigem Kraftaufwand das Holz zurecht gesägt. Motorsägen kennt hier niemand. Schließlich wird das Boot zusammengesetzt und lackiert.

Langhalsfrauen

Am Inle-See leben ein paar Langhalsfrauen, die seitdem sie 9 Jahre alt sind schwere Spiralen aus Messing um ihren Hals und unter ihren Knien tragen. Das Gewicht von ca. 8kg drückt die Schultern nach unten und lässt so den Hals länger erscheinen. Ursprünglich wurde dies in den Stämmen praktiziert um die Frauen im Falle eines Tigerangriffes zu schützen. Heute wird den Mädchen diese schwere Praxis erspart und es gibt nur noch einige ältere Damen, die damit aufgewachsen sind.

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Phaung Daw U Pagode

Wir halten auch noch an einer Pagode auf dem Wasser, in der es fünf relativ berühmte Buddhafiguren gibt. Von den einstigen Figuren ist allerdings nicht mehr viel zu erkennen, da die Gläubigen immer mehr Blattgold an die Buddhas kleben, die mittlerweile aussehen wie halb geschmolzene Schneemänner oder undefinierbare Klumpen Gold. Uns hat die Pagode nicht so gut gefallen, sodass wir nach kurzer Zeit weitergefahren sind.

Fazit

Nach ca. 7h waren wir um unzählige Eindrücke reicher zurück in Nyaung Shwe. Wir können solch einen Bootsausflug auf dem Inle-See nur jedem ans Herz legen. Die Landschaft ist atemberaubend und man bekommt spannende Eindrücke in die Kultur der Intha.

Restauranttipps:

Thanakha Garden: Dieses authentische kleine Restaurant bietet leckere lokale Gerichte zu günstigen Preisen an. Besonders die Vorspeisen sind sehr lecker.

The French Touch: Ein französisches Restaurant mit guter westlicher Küche. Die hausgemachten Schokocroissants, die noch warm serviert werden, sind der absolute Hammer und können mit denen aus Paris mithalten.

The Garden – Modern Food: Ein kürzlich eröffnetes Restaurant mit gemütlichem Ambiente und leckerem Essen, sowohl asiatisch als auch europäisch.

Unterkunftstipp:

The Hotel Emperor Inle: Tolles Hotel mit sauberen, ansprechenden Zimmern und nettem Service zu günstigen Preisen. Das umfangreiche Frühstücksbüffet wird auf der Dachterrasse serviert, sodass man die köstlichen Speisen mit herrlicher Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Berge genießen kann. Absolut empfehlenswert!