Transport von Hpa-an nach Kalaw

Die nächste Station auf unserer Reise sollte das kleine Örtchen Kalaw sein, das Ausgangspunkt für mehrtägige Trekkingtouren zum Inle-See ist. Doch es ist gar nicht so einfach von Hpa-an dort hinzukommen. Wir haben zunächst einen VIP Bus (mit fetten Ledersesseln, extrem viel Platz, Entertainment System, Wasser, Snack, Decke…) genommen, der uns für 10.000 Kyat (~6€) pro Person in ca. 6h zurück nach Yangon gebracht hat. Die Fahrt war im Gegensatz zu den vorherigen Busfahrten super angenehm mit dem ganzen Komfort, allerdings gibt es nicht auf allen Strecken in Myanmar solche VIP Busse.

Am Busbahnhof in Yangon angekommen hatten wir dann ein bisschen Zeit bis unser Nachtbus von der Firma JJ Express (wieder VIP) nach Kalaw startete. Um 18 Uhr ging es dann los und diesmal liefen die Angestellten sogar mit einem kleinen Wagen wie im Flugzeug durch den Bus und verteilten Snacks und Getränke. Obwohl die Fahrt eigentlich 9h dauern sollte, haben wir 11h gebraucht. Auf Dauer ist so eine Busfahrt dann doch trotz allem Komfort sehr anstrengend und wirklich schlafen kann man nicht. So kamen wir morgens um 5 Uhr völlig übermüdet in Kalaw an, wo uns zwei ältere Männer auch noch weiß machen wollten, dass es nur Motorradtaxis zum Guesthouse gebe. Das haben wir natürlich nicht geglaubt und wiederholten beharrlich, dass wir ein richtiges Taxi möchten, was wir dann auch bekamen. Nachdem unser Taxifahrer es geschafft hatte unseren Gastgeber aus dem Bett zu klingeln, konnten wir einchecken und direkt ins Bett fallen.

Kalaw

Da wir am nächsten Tag von den langen Busfahrten immer noch ziemlich gerädert waren, sind wir erst gegen Nachmittag in das kleine Städtchen Kalaw gelaufen. Zunächst klapperten wir einige der vielen kleinen Läden ab, die Trekkingtouren zum Inle-See anbieten und entschieden uns letztlich eine 2-Tages Tour mit Übernachtung für 50 USD pro Person bei Ko Min zu buchen. Dieser Anbieter ist nicht der günstigste, hat auf uns aber den besten Eindruck gemacht, was sich auf der Wanderung auch bestätigt hat.

Danach sind wir noch ein bisschen durch das kleine Städtchen gelaufen, was durchaus Charme hat. Zwischendurch haben wir eine Kaffeepause gemacht und abends waren wir noch lecker essen.

Restaurant- & Cafétipps

Sprouting Seeds Cafe & Bakery: Dieses Café mit netter Besitzerin und toller Einrichtung ist einfach supersüß und eignet sich perfekt um gemütlich einen Kaffee oder Tee und ein riesiges Stück des leckeren hausgemachten Kuchens zu genießen. Es gibt auch eine kleine Speisekarte.

Leckerer Schokokuchen und frischer grüner Tee

Red House Bar & Restaurant: In diesem italienischen Restaurant haben wir leckere Pasta gegessen, die allerdings für asiatische Verhältnisse auch nicht ganz billig ist.

Unterkunftstipp

Unique Bed and Breakfast: Relativ neues Guesthouse mit ordentlichen Zimmern und Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf die umliegende Landschaft. Es liegt ein klein wenig außerhalb, dafür ist es ruhig und man hat eine schöne Aussicht.

Trekking von Kalaw zum Inlesee

Tag 1

Am nächsten Morgen wurden wir dann um kurz nach acht von unserem Guide mit einem Taxi an unserer Unterkunft abgeholt. Unsere großen Backpacks werden direkt zum Hotel am Inle-See gebracht, sodass wir auf der Wanderung nur unseren Tagesrucksack mit den Dingen, die wir für die 2-Tages-Tour brauchen, tragen müssen.

Zunächst holen wir noch die restlichen vier Mitglieder unserer Trekkinggruppe ab: ein Pärchen aus England und ein deutsches Ehepaar. Wir verstehen uns alle direkt auf Anhieb gut und sind gespannt auf das Trekkingabenteuer das vor uns liegt. Nach einer ca. 45-minütigen Fahrt sind wir dann am Startpunkt unserer Wanderung angekommen und es geht los. Hier stößt auch noch ein zweiter Guide zu uns, der uns den ersten Abschnitt bis zur Mittagspause begleiten wird.

Wir laufen zunächst einen Feldweg in ein kleines Dorf und finden uns innerhalb weniger Minuten mitten im alltäglichen Leben der Dorfbewohner wieder. Wir kommen an einem Haus vorbei, vor dem eine ältere Frau gerade dabei ist, die Kerne aus Kürbissen zu sammeln. Sie lächelt uns freundlich an und beginnt über unseren Guide der als Übersetzer fungiert ein Gespräch mit uns. Die Dame erzählt, dass sie schon über 70 ist und ihr manchmal die Knochen weh tun und dass ihr Mann, der in der Haustür steht und grinst, Probleme mit den Augen hat. Ihre Gestik und Mimik beim Erzählen ist unverbesserlich und sie bringt uns alle zum Lachen. Schließlich lädt die Dame uns sogar auf eine Tasse Tee ein, aber da wir gerade erst gestartet sind lehnen wir dankend ab.

Dann geht es weiter und nur wenige Meter später lächelt uns eine Frau mit einem kleinen Baby auf dem Arm an. Wir dürfen das erst 15 Tage alte süße Baby aus nächster Nähe betrachten – cuteness overload!

Unsere Guides halten auf dem weiteren Weg an verschiedenen Pflanzen und erklären uns, was hier alles wächst: von Avocado über Jackfruit, Papaya, Kaffee, Ingwer scheint hier alles zu gedeihen. Unsere Wanderung führt uns entlang von Reis- und Gemüsefeldern, auf denen wir immer wieder Bewohner aus den umliegenden Dörfern bei der Feldarbeit sehen.

Manchmal haben wir das Gefühl eine Zeitreise einige Hundert Jahre in die Vergangenheit zu machen, denn hier wird noch fast alles in Handarbeit gemacht und es gibt kaum Maschinen. Stattdessen sieht man überall alte Holzkarren.

Im nächsten Dorf treffen wir auf eine Familie, die Erdnüsse trocknet und wir dürfen natürlich probieren.

Die Menschen hier sind alle unglaublich freundlich und offen. Ständig winken uns Kinder aus den Häusern oder vom Wegesrand zu und rufen laut „Mingalabar“ (Hallo).

Wir kommen auch an einem Haus vorbei, wo geerntete Tomaten sortiert werden. Die Tomaten hier sind allerdings grün und werden auch grün gegessen.

Auf dem Weg kommen uns hin und wieder Bauern mit Büffeln entgegen.

Dann erreichen wir ein kleines Kloster, in dem wir eine Pause machen. Wir setzen uns zu einer über 90 Jahre alten Dame auf Matten auf den Boden und bekommen kleine lokale Snacks und Kekse sowie heißen Tee gereicht, während unsere Guides uns mehr über die Region erzählen.

Wir warten einen kleinen Regenschauer ab und wandern dann in lustigen bunten Regencapes, in denen wir aussehen wie dicke Zitronen oder Orangen, weiter.

Die Landschaft ist total faszinierend und abwechslungsreich. Alle paar Kilometer fühlt man sich wie in einer komplett anderen Welt – es geht von Berglandschaften in Eukalyptuswälder, durch weitläufige Landschaften mit Feldern oder kleine Schluchten.

Auf dem Weg kommen wir immer wieder durch kleine Dörfer, treffen Schulkinder und Familien die in einfachsten Verhältnissen leben.

Ab und zu begegnen uns auch Frauen, die Berge von Gras auf ihrem Rücken transportieren.

Allerdings ist der Weg oft extrem schlammig und unglaublich rutschig (einige aus unserer Gruppe sind sogar gestürzt), sodass wir schon nach kurzer Zeit aussehen wie kleine Schweinchen.

Gegen Mittag kommen wir an einer Hütte an, wo unser Koch (ja, ein Koch reist extra für uns mit um uns zu versorgen) uns ein leckeres Mittagessen zubereitet. Es gibt eine Suppe, gebratene Shan-Nudeln mit Gemüse (Yammii) und Unmengen an frischem Obst und Gemüse.

Nach der Pause laufen wir dann weiter die Hügel hoch und runter durch verschiedene Landschaften und kommen immer wieder an kleinen Dörfern vorbei.

Nachmittags machen wir noch eine kurze Pause in einem Kloster, wo kleine Kinder-Mönche leben und unser Guide erzählt uns einige spannende Legenden.

Danach geht es noch einige Zeit Berg hoch, Berg runter und über eine sehr wackelige kleine Bambusbrücke.

Als die Dunkelheit bereits einbricht ist endlich das Dorf in Sicht, in dem wir bei einer einheimischen Familie übernachten. Nach ca. 21km kommen wir dann ziemlich erschöpft an unserer Unterkunft für die Nacht an: ein einfaches Haus aus Stein mit zwei Etagen.

In der unteren Etage schläft die Familie und es gibt zwei kleine Tischchen mit einigen Matten zum sitzen sowie zwei offene „Küchen“ (oder eher Feuerstellen).

Die obere Etage ist für die Gäste hergerichtet mit Moskitonetzen und dünnen Matratzen.

Die Toilette (oder eher das Plumsklo) ist einige Meter vom Haus entfernt in einer kleinen Wellblechhütte.

Fließendes Wasser gibt es nicht. Duschen kann man hinter einer Wellblechwand vor dem Haus, wo man sich mit einer Schüssel aus einem großen Behälter Wasser über den Körper gießen kann.

Viel Licht gibt es im Haus bis auf ein paar schwache Glühbirnen auch nicht. Da wir alle ziemlich k.o. sind geht es nach dem reichhaltigen Abendessen mit Suppe, landestypischem Curry und allerlei Beilagen relativ früh ins Bett.

Mehr Fotos vom ersten Tag gibt es hier

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Tag 2

Am nächsten Morgen können wir die Umgebung dann bei Tageslicht betrachten, da es am Vorabend bereits dunkel war als wir angekommen sind.

Beim Verlassen des Hauses finden wir uns mitten im Dorfleben wieder und fühlen uns wie im Film: es laufen Frauen mit Waren auf dem Kopf herum, es wird gekehrt, Mütter haben ihre Babys vor den Bauch gebunden, um die Ecke schnitzen Männer Bambus, überall stehen alte Holzkarren…

Eine Frau mit Baby ist neugierig und kommt sogar für ein Foto bei uns vorbei.

Nach dem Frühstück brechen wir wieder auf, denn das Ziel unserer Wanderung ist ja der Inle-See. Es geht zunächst eine rutschige Matschpartie entlang bevor wir ca. 1.5h über einen steinigen Weg einen Hügel hinunterlaufen. Dann passieren wir noch einige Gemüsefelder, wo z.B. Auberginen wachsen und kommen an einigen Häusern vorbei, vor denen auf riesigen Matten Mais in der Sonne getrocknet wird.

Die restlichen Kilometer zum Inle-See laufen wir an einem kleinen Fluss entlang. Nach ca. 15km ist es dann geschafft und wir erreichen bei strahlendem Sonnenschein das Ufer des Sees. In einer kleinen Holzhütte wird uns noch ein super leckeres Essen serviert mit Suppe, gebratenen Nudeln und unzähligen wunderschön dekorierten Tellern mit exotischen Früchten.

Ein gelungener Abschluss einer unvergesslichen Trekkingtour durch das unberührte Myanmar, die definitiv eins der größten Highlights unserer Reise ist.

Mehr Fotos von Tag 2 gibt es hier

Hier haben wir geschlafen
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Bootsfahrt über den Inlesee nach Nyaung Shwe

Nach dem Essen wurden wir mit einem kleinen Boot quer über den wunderschönen Inle-See nach Nyaung Shwe gebracht, wo unser Hotel lag. Der See ist total idyllisch mit den umliegenden Bergen, den berühmten Einbeinruderern, den schwimmenden Dörfern und Gärten und den vielen Fischerbooten.

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Am Inle-See haben wir dann zwei Tage verbracht um die Gegend zu erkunden, doch davon im nächsten Blogeintrag mehr.