Busfahrt nach Hpa-an

Von Kinpun nahe dem Goldenen Felsen ging es gegen Mittag weiter ins ca. 130km entfernte Hpa-an. Am Vortag hatten wir an unserem Hotel einen Reisebus für 7.000 Kyat (~4.30€) pro Person gebucht, der uns in ca. 4h nach Hpa-an bringen sollte.

Zunächst wurden wir an unserem Hotel überraschenderweise von einem Kleintransporter abgeholt wo wir neben Einheimischen auf zwei Holzpritschen auf der Ladefläche Platz nahmen. Die holprige Fahrt endete in Kyaikto, der nächstgrößeren Stadt, in der wir am Büro der Busgesellschaft abgesetzt wurden, was wirklich ein schäbiges dreckiges Loch war. Nach ca. 15 Minuten Wartezeit kam dann unser Reisebus nach Hpa-an.

Doch als wir den Bus betraten, in dem wir zwei Plätze reserviert hatten, kam die zweite Überraschung: alle Plätze waren belegt und es saßen sogar noch Menschen auf kleinen Plastikhockern im Gang. Der Zuständige schickte dann zwei junge Männer von der 5-er Reihe ganz hinten in den Gang, sodass wir zwei richtige Plätze bekamen da wir ja reserviert hatten. Auch wenn alle Sitze der Busse ausverkauft sind, nehmen die Busse noch zusätzliche Leute mit um auch den letzten Zentimeter auszunutzen. Dementsprechend unangenehm war die Fahrt. Es gab wieder super viele Männer, die ihren Kautabak ausspuckten, es war heiß, eng und einfach unbequem. Umso erleichterter waren wir, als wir abends in Hpa-an aussteigen konnten und nach einer weiteren kurzen Fahrt mit einem Kleintransporter an unserer Unterkunft ankamen.

Höhlentempel rund um Hpa-an

In der Nacht fing es bereits an zu regnen und auch am nächsten Morgen war keine Besserung in Sicht, was etwas ärgerlich war da wir nur einen Tag für die Umgebung von Hpa-an eingeplant hatten. Das Städtchen an sich ist nicht sehr schön und hat nicht viel zu bieten, dafür ist das Umland umso schöner.

So sieht es in Hpa-an aus

Als es dann irgendwann doch trockener wurde, machten wir uns mit einem abenteuerlichen Gefährt (eine Art Motorrad mit fest verbundener überdachter Ladefläche mit Pritschen links und rechts) samt Fahrer auf Entdeckungstour um die vielen Höhlentempel und tollen Landschaften um Hpa-an zu erkunden. Der Preis für eine Ganztagestour liegt bei 30.000 Kyat (~18.50€) und man kann ganz flexibel entscheiden wo man hinfahren möchte und wie lange man dort bleiben möchte.

Unsere Route führte uns zu 6 Stationen in der folgenden Reihenfolge:

1. Kaw Ka Thaung Höhle

Die erste hübsche aber eher unspektakuläre Höhle mit einigen Buddhastatuen und einem kleinen Höhlengang durch den man gebückt zu einer kleinen Kammer laufen kann.

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2. Saddan Höhle

Dieses riesengroße, über 800m lange Höhlensystem ist ein echtes Highlight und Must-See. Zunächst geht es in eine riesige Höhlenkammer mit Buddhastatuen und einer Pagode und dann abenteuerlich teils durch flaches Wasser, Treppen und Felsen rauf und runter, an Fledermausschwärmen vorbei immer weiter durch die dunkle Höhle bis man am Ende an einem kleinen See mit tollen Karstfelsen rauskommt. Dort kann man eins der kleinen Ruderboote (am besten auf weitere Fahrgäste warten und sich ein Boot teilen – wir waren zu viert und haben 2.000 Kyat (~1.20€) pro Person bezahlt) nehmen, das einen zum Höhleneingang zurückbringt. Man fährt teils unter einer Höhle her von deren Decke Wasser tropft und muss aufpassen, dass man sich nicht den Kopf stößt. Die Bootsfahrt ist sehr zu empfehlen, da die Landschaft rund um den See atemberaubend schön ist und eine herrliche Stille herrscht, in der man nur hört wie das Ruder sanft ins Wasser gleitet.

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3. Kyauk Kalat Felspagode

Ein weiteres Must-See – der Anblick dieses kleinen Tempels, der oben auf einer Felsnadel auf einer kleinen Insel inmitten eines See steht, ist total faszinierend.

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4. Kawgon Höhle

Diese Höhle war von den Verzierungen und Statuen her die beeindruckendste. An den Wänden befinden sich zahlreiche Felsreliefs und die eher überschaubare Höhle ist voll von vergoldeten Buddhastatuen. Der Eintritt beträgt 3.000 Kyat (~1.80€) pro Person.

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5. Yathayphyan Höhle

Zu dieser Höhle steigt man zunächst einige Treppen hoch und hat oben angekommen eine tolle Aussicht auf die Landschaft mit den Karstfelsen. Am Eingang der Höhle stehen menschengroße Buddhafiguren.

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6. Fledermaushöhle (Bat Cave)

Zum Abschluss ging es gegen 17.30 Uhr zur Bat Cave. Wir setzten uns auf die Treppenstufen vor der Höhle um einen guten Blick auf den Höhleneingang zu haben. In der Dämmerung fliegen hier zigtausende Fledermäuse aus der Höhle über den Thanlwin-Fluss um Nahrung zu suchen, ein beeindruckendes Spektakel das man in der Dunkelheit aber leider nicht aufs Foto bekommt – also einfach entspannt zurücklehnen und staunen 🙂 .

 

Die Fahrt von einer Station zur nächsten ist ziemlich anstrengend da die Straßen (oder besser gesagt Feldwege) in extrem schlechtem Zustand sind mit riesigen Schlaglöchern. Insbesondere die Fahrt zur Saddan Höhle dauert auch ziemlich lang. Auf den ungepolsterten Sitzbänken kann es da schon den ein oder anderen blauen Fleck geben und am nächsten Tag sind Poschmerzen sowie Muskelkater in den Armen vom Festhalten vorprogrammiert.

Dafür entschädigt aber die atemberaubende Landschaft mit Karstfelsen, leuchtend grünen Reisfeldern und kleinen Seen, die man während der Fahrt bestaunen kann. Man fährt auch durch kleine abgelegene Dörfer, in denen man ein Bild vom alltäglichen Leben der Bewohner bekommt.

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Tipps:

Unbedingt Flip Flops anziehen, da man in den Höhlen immer die Schuhe ausziehen muss und danach dreckige Füße hat. Außerdem eine Taschenlampe einpacken, besonders in der Saddan Höhle ist es ziemlich dunkel.

Einen hilfreichen Artikel von der Botschaft Myanmar mit Reisetipps zu Hpa-an und Umgebung findet ihr hier.

Unterkunftstipps

Galaxy Motel: Relativ preiswerte Unterkunft. Die Zimmer sind in die Jahre gekommen und etwas muffig, das machen aber die super netten Besitzer wett, die sich um alles kümmern. Wir wurden z.B. kostenlos zu einem Restaurant gefahren und wieder abgeholt, es werden Touren in die Umgebung angeboten und Busse zum Weitertransport können direkt vor Ort gebucht werden. Zum Frühstück gibt es lokales Essen mit Obst und Tee, was völlig in Ordnung ist (man bekommt bei Bedarf auch Nachschlag so viel man möchte).

Hotel United: Die Zimmer sind schon deutlich größer und komfortabler, dafür aber auch teurer. Zum Frühstück gibt es ein Buffet mit lokalen und westlichen Speisen. Das Essen im Restaurant ist auch in Ordnung.

Restauranttipp

Veranda Youth Community Café: Leckeres lokales Essen in schöner Atmosphäre. Bei unserem Besuch gab es wie so oft in Myanmar Stromausfall und wir genossen unser Essen bei Kerzenschein. Große Portionen zu günstigen Preisen. Außerdem betreibt das Cafe ein soziales Projekt das Jugendliche und junge Erwachsene unterstützt.