Busfahrt von Yangon nach Kinpun

Da es in den anderen asiatischen Ländern immer ziemlich einfach war am Hotel den Weitertransport zu organisieren, fragten wir auch diesmal im Hotel nach einem Bus. Laut unserer Recherche sollte es einige Verbindungen nach Kinpun, einem Dorf das ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch des Goldenen Felsens ist, geben.

Doch hinter der Rezeption machte sich schnell Überforderung breit. Nach einigen Anläufen zu erklären wo wir hinmöchten (die Englischkenntnisse der Angestellten waren ziemlich begrenzt), rief der Rezeptionist ein Reisebüro an. Angeblich solle es keine Direktverbindungen nach Kinpun geben und auch keine großen Reisebusse. Damit wollten wir uns nicht zufrieden geben, machten uns in der Stadt auf die Suche nach einem Laden der Bustickets verkauft und wurden auch schnell fündig. Problemlos konnten wir ein Ticket für einen Reisebus kaufen (für 7000 Kyat pro Person ~ 4,30€), der uns am nächsten Tag in ca. 4h von Yangon direkt nach Kinpun gebracht hat.

Die Busfahrt war ziemlich abenteuerlich. Schon allein der riesige Busbahnhof in Yangon ist ein Erlebnis mit dem Gewusel, den unzähligen Essensständen, etc. Unser Bus war leider schon etwas in die Jahre gekommen und schlecht klimatisiert, sodass es relativ heiß wurde.

Außer uns reisten fast ausschließlich Einheimische, die schonmal etwas gewöhnungsbedürftiges Verhalten an den Tag legen – es ist z.B. keinesfalls unangebracht laut zu rölpsen. Außerdem konsumieren sehr viele Männer Kautabak, der die Zähne blutrot färbt (da kann man sich schonmal erschrecken, wenn jemand zum ersten Mal den Mund aufmacht). Dieser wird nach einiger Zeit ausgespuckt, meist einfach auf die Straße oder im Bus halt in Plastiktüten. Die ständigen Spuckgeräusche fanden wir schon extrem ekelig und störend aber andere Länder, andere Sitten…

Unterwegs hielt der Bus dann an verschiedenen Orten, einige Fahrgäste stiegen aus und andere ein, während Verkäufer an den Scheiben des Busses herliefen und ihre Waren auf Tabletts präsentierten, die sie auf dem Kopf trugen.

Gegen Abend kamen wir dann in Kinpun an und nach dem Abendessen ging es früh schlafen, denn am nächsten Morgen wollten wir den Goldenen Felsen besuchen.

Goldener Felsen (Golden Rock)

Von unserem Hotel sind wir morgens gegen halb acht ca. eine viertel Stunde durch Kinpun bis zum Startpunkt der Trucks gelaufen, die einen zum Goldenen Felsen fahren, der auf einem Berg liegt. Bei den Trucks handelt es sich um Kleinlaster, deren Ladeflächen mit Sitzbänken ausgestattet sind, die so eng aneinander stehen, dass jeder Millimeter ausgenutzt ist. Wir wurden zu einem Truck geführt, der bereits total überfüllt war mit Einheimischen und in den wir uns noch reinquetschen sollten. Als wir saßen wie zwei Affen auf dem Schleifstein und uns kaum mehr bewegen konnten, ging die rasante Achterbahnfahrt los. Der Truck bretterte ohne Rücksicht auf Verluste die kurvige Straße hoch und wir versuchten uns irgendwie an den Stangen festzuhalten um nicht links und rechts in unsere Mitreisenden zu rutschen. Vor uns saß eine Frau mit Baby, das noch mit grünen Keksen gefüttert wurde. Dank der magenfreundlichen Fahrt gab es natürlich ein Bäuerchen und die grünen Kekse waren wieder draußen 😀 .

Ab und zu hielten wir an und es wurden Spenden von Einheimischen eingesammelt, die mit Blechschüsseln am Truck entlangliefen. Der Fahrpreis für eine Fahrt beträgt übrigens 2000 Kyat (~1,25€) pro Person und beinhaltet eine Lebensversicherung – wie beruhigend 😀 .

Nach ca. 40 Minuten sind wir dann lebend und erleichtert oben angekommen. Die Aussicht bei strahlendem Sonnenschein auf die umliegende Hügellandschaft war atemberaubend, aber noch viel spannender war das bunte Treiben um uns herum auf dem ca. 30-minütigen Weg zum Goldenen Felsen, einem der größten Heiligtümer des Buddhismus in Myanmar. Wir liefen vorbei an zahlreichen Essens- und Verkaufsständen während Mönche Spenden sammelten und einheimische Familien zum Fels pilgerten. Auf dem Weg zum Goldenen Felsen muss man als Tourist übrigens noch eine Eintrittsgebühr von 10.000 Kyat (~6€) entrichten.

Und dann sahen wir den sagenumwobenen Goldenen Felsen, einen vergoldeten Granitfelsen mit einer Pagode, der aussieht als ob er durch einen kleinen Schtups 1100m in den Abgrund fallen würde. Er hat jedoch schon einige Erdbeben überstanden und wird der Legende nach durch ein einziges Haar Buddhas im Gleichgewicht gehalten. Der Anblick ist etwas skurril aber total beeindruckend. An einer Seite kleben Gläubige weiteres Blattgold an den Felsen, allerdings ist dies den Männern vorbehalten und Frauen dürfen den Felsen nicht berühren. Deshalb hat auch nur Dennis ein paar Blättchen Gold an den Felsen geklebt und dabei mal durch Drücken getestet ob der Fels fest ist – Entwarnung: der Golden Rock steht noch 😉 .

Da mal wieder kaum westliche Touristen außer uns da waren, haben wir nebenbei als Fotomodels für die Einheimischen fungiert.

Nachdem wir die Aussicht und das Treiben am Goldenen Felsen ausgiebig bestaunt hatten, ging es mit einem Truck wieder ins Tal (wer den Felsen abends besuchen möchte sollte beachten, dass der letzte Truck zurück ins Tal um 18 Uhr fährt). Zum Glück ist der Fahrer diesmal relativ umsichtig gefahren und die Fahrt bergab dauerte nur ca. 20 Minuten.

Ich hatte aber wieder das Glück ein Kind neben mir sitzen zu haben, das die Fahrt nicht vertragen hat 🙁 . Deshalb war ich heilfroh in Kinpun wieder aus dem engen Truck aussteigen zu können…

Hoteltipp:

Golden Sunrise Hotel: Sehr schöne Anlage, die abends toll beleuchtet ist. Die Zimmer sind sehr geräumig und besonders das Bad ist top. Die Angestellten sind freundlich und helfen gern beim Organisieren des Weitertransports. Im hoteleigenen Restaurant kann man super essen. Sehr praktisch ist auch dass der Bus aus Yangon direkt vorm Hotel herfährt, sodass man den Fahrer bitten kann anzuhalten.

Im Truck zum Goldenen Felsen
« 1 von 52 »

 

Am Nachmittag ging es dann mit einem Bus weiter nach Hpa-An, wo eine atemberaubende Landschaft aus Karstfelsen mit zahlreichen Höhlentempeln auf uns wartete… doch davon bald mehr 🙂