Von Malaysia sind wir mit Air Asia ins nächste Abenteuer geflogen: auf ins wundervolle Myanmar! Nach ca. 2.5h Flug landeten wir morgens in Yangon (auch Rangun genannt), der ehemaligen Hauptstadt des Landes.

Am Flughafen hoben wir jede Menge Kyat ab und tauschten einen Teil des Geldes in lupenreine US-Dollar Noten ein, da wir im Vorfeld gelesen hatten dass viele Hotels etc. nur US-Dollar akzeptieren, wobei die Scheine glatt und neuwertig sein müssen. Es hat sich im Nachhinein aber herausgestellt, dass man fast immer in Kyat zahlen kann und die Scheine auch kleine Knicke haben dürfen, jedoch keine Flecken oder Risse.

Um nicht immer zum Recherchieren und Buchen auf das oft kaum funktionierende Hotel WLAN angewiesen zu sein, entschlossen wir uns auch eine SIM-Karte für die kommenden 3 Wochen in Myanmar zu kaufen. Zum Schnäppchenpreis von 6.500 Kyat (~4€) kauften wir eine SIM-Karte von MPT mit 3.5 GB Internetvolumen – das sollte auch zum Bloggen reichen 😉 .

Dann ging es nach einigen Verhandlungsrunden mit den Taxifahrern vom etwas außerhalb der Stadt gelegenen Flughafen zum Hotel. In Myanmar herrscht im Gegensatz zu anderen asiatischen Ländern Rechtsverkehr, aber verwirrenderweise sind viele Autos Rechtslenker, sodass die Sicht beim Überholen etc. schonmal sehr eingeschränkt ist. Nach der Kolonialherrschaft der Briten beschloss ein General von heute auf morgen, dass nun Rechtsverkehr gelten solle. Die Autos mit Rechtslenker blieben und auch heute werden noch Autos aus den Nachbarländern mit Linksverkehr importiert.

Shwedagon Pagode

Buntes Treiben bei Tag

Nachdem wir uns im Hotel etwas ausgeruht hatten und Dennis die grandiose Idee hatte, die Uber App runterzuladen, haben wir direkt unsere erste Fahrt damit gebucht (ja, in Myanmar gibt es tatsächlich Uber). Uber ist hier super praktisch, da man auf der Karte markiert wo man gerade ist und wo man hinmöchte, sodass man eigentlich nicht mit dem Fahrer sprechen muss, der meist innerhalb weniger Minuten da ist. Die Kommunikation gestaltet sich in Myanmar schonmal etwas komplizierter, da die meisten Leute wirklich gar kein oder sehr sehr wenig Englisch sprechen, was die Verständigung enorm schwierig macht. Die Uber Fahrer rufen meist nach Buchung der Fahrt an, obwohl ja eigentlich mit der Karte alles klar sein sollte. Sie haben uns am Telefon nie verstanden aber sind letztlich trotzdem zum richtigen Ort gekommen. 😀

Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns also mit einem Uber auf den Weg zur riesigen Shwedagon Pagode, einer der heiligsten Stätten des Buddhismus und einer der berühmtesten Stupas der Welt. Der goldene 99m hohe zedi wurde mit über 27t Blattgold sowie mit zahlreichen Diamanten verziert und soll Haare eines Buddhas enthalten.

Als wir aus dem Taxi aussteigen verschlägt es uns schon einmal die Sprache. Von einem der vielen verzierten Treppenaufgänge sieht die Pagode auf dem Singuttara-Hügel bereits riesig und sehr beeindruckend aus. Die vielen Mönche in ihren weinroten Kutten machen das Bild perfekt und man fühlt sich wie in einer anderen Welt.

Nachdem wir unsere Schuhe und Socken ausgezogen haben (das muss man bei so gut wie jeder Pagode) spazieren wir die überdachten Stufen zum Stupa hoch. Oben angekommen zahlen wir 8000 Kyat (~5€) Eintritt und bekommen einen lustigen Sticker aufs T-Shirt. Dann treten wir in den strahlenden Sonnenschein und erblicken die unzähligen goldverzierten Türmchen, Spitzen, Buddhas, Figuren und natürlich den riesigen 99m hohen zedi, der den Mittelpunkt der Pagode bildet. Die Pagode soll angeblich schon 2500 Jahre alt sein, was jedoch nicht wissenschaftlich belegt ist.

Um uns herum herrscht buntes Treiben. Gruppen junger Novizen (in Ausbildung zum Mönch) und junger Nonnen ziehen an uns vorbei während einheimische Familien unter einem der vielen Dächer eine Pause machen. Die Anlage ist wirklich riesig und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Wir gehen zunächst ganz gemütlich eine Runde um die Pagode herum und lassen uns einfach mit den anderen Leuten treiben. Hin und wieder werden wir von den Einheimischen nach einem gemeinsamen Foto gefragt, da wir mal wieder zwei der wenigen Touristen sind.

Um mehr über die Hintergründe und Traditionen zu erfahren ließen wir uns abschließend noch von einem Guide herumführen. Er erklärte und zeigte uns verschiedene interessante Bräuche, wie z.B. dass die Gläubigen einen Stein dreimal hochheben wenn ihnen eine Prüfung bevorsteht damit sie erfolgreich sind, oder dass schwangere Frauen an einer bestimmten Stelle Blumen oder Obst ablegen weil sie sich ein Mädchen oder einen Jungen wünschen. Zudem gibt es eine Corner für jeden Wochentag, so z.b. die „Monday Corner“ an der die Menschen die an einem Montag geboren wurden Wasser aus kleinen Metallbechern über die Figuren gießen (für ein langes Leben gießt man so viele Becher wie man alt ist plus eins).

Insgesamt haben wir bestimmt 3h an der Pagode verbracht, da es sehr viel zu entdecken gibt und vor allem das bunte Treiben extrem spannend ist.

Der 99m hohe zedi
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Herrlicher Blick auf die Pagode vom Kandawgyi Lake

Dann ging es zum Kandawgyi Lake mit seinen Parks, in denen man dem Trubel der Großstadt Yangon für einen Augenblick entkommen und eine herrliche Aussicht auf die Shwedagon Pagode genießen kann. Auf dem Rückweg zur Pagode haben wir noch die Maya Wizaya Pagode angeschaut, die direkt gegenüber der Shwedagon Pagode liegt.

Blick auf die Shwedagon Pagode
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Mystische Stimmung bei Nacht

Am Abend sind wir mit dem selben Eintrittsticket (also unbedingt aufbewahren) noch einmal zur Shwedagon Pagode um den beleuchteten Stupa in der Abenddämmerung zu bestaunen. Was wir sahen als wir oben an der Pagode ankamen übertraf unsere Erwartungen aber bei Weitem: wir wurden von einem riesigen Lichtermeer aus tausenden Öllichtern empfangen, deren orangerote Flammen leicht im Wind tanzten. Dieses leuchtende Band aus Flammen verlief einmal komplett um den Stupa und versprühte einen Zauber, der dem Ort eine mystische Stimmung gab. Wir suchten uns ein bequemes Plätzchen und genossen diesen magischen Moment.

Lichtermeer
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Stadtrundgang durch Yangon

Am nächsten Tag sind wir dann auf Entdeckungstour durch das bunte, lebendige Yangon gegangen. Die Stadt hat sowohl sehr gut erhaltene wunderschöne Kolonialbauten zu bieten (vor allem rund um das Independence Monument) als auch Kolonialbauten die langsam aber sicher zerfallen und von der Natur zurückerobert werden (sieht ziemlich cool aus, vor allem in der 34.-37. Straße).

Dann ging es nach Chinatown, wo man vor allem das echte Leben in Myanmar hautnah miterleben kann: mehr oder weniger heruntergekommene Häuser mit chaotischen Stromleitungen, Tempel, Straßenküchen, Märkte…

Zum Schluss sind wir noch ans Wasser wo viele kleine Boote über den Yangon River nach Dala übersetzen. Hier waren wir wirklich die einzigen Touristen weit und breit und das Gewusel auf den Booten und an dem relativ dreckigen Markt am Ufer wirkte schon deutlich „rauer“.

Wer noch riesige Buddhafiguren bestaunen möchte kann die Paya Chaukhtatgyi mit einem 66m langen liegenden Buddha und den Ngahtatgyi Buddha Tempel mit einem 14m hohen sitzenden Buddha besuchen.

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Von Yangon ging es dann mit einem Reisebus weiter zum Goldenen Felsen, doch von unseren spannenden Erlebnissen dort berichten wir euch im nächsten Beitrag…

Hotel Tipp:

KOO Hotel: Super schönes, modernes, neues Hotel mit tollen Zimmern zu einem fairen Preis. Sehr ruhig etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegen. Das Frühstück ist etwas spärlich aber damit kann man leben 😉 .

Restauranttipps:

O’Thentic: Wir brauchten mal wieder Abwechslung zum asiatischen Essen und sind in diesem wunderbaren französischen Restaurant mit super freundlichem Besitzer gelandet. Die Galettes und Crêpes sind ein Traum und schmecken wie in Paris.

Parami Pizza: Super leckere Pizza wie vom Italiener in stylischem Ambiente, dafür aber auch nicht ganz billig.

Easy Cafe: Hipster Café mit netter Einrichtung. Um was zu trinken sicherlich ok, das Essen und der Kuchen hat uns nicht überzeugt und war für die kleinen Portionen überteuert.