Von den Cameron Highlands ging es zunächst wieder mit einem Minibus weiter, diesmal in Richtung Taman Negara Nationalpark – der Dschungel ruft. Ein super nettes deutsches Pärchen das am Vortag mit uns die Wanderung zu den Teeplantagen gemacht hatte war auch mit im Kleinbus (irgendwie nimmt in Malaysia doch jeder die gleiche Route 😀 ). So ging es dann in ca. 3h bis Jerantut, wo wir im Office der Transportgesellschaft abgesetzt wurden und ca. 2h warten mussten bis wir mit einem anderen Minibus in 20 Minuten zum Bootsanleger gebracht wurden. Hier war die Überraschung groß als wir feststellten, dass wir die nächsten 2.5h mit einem alten zusammengeschusterten kleinen Boot über den Fluss mitten durch den Dschungel bis zum Örtchen Kuala Tahan schippern würden, das viele Unterkünfte bietet und als Ausgangspunkt für Touren in den Taman Negara Nationalpark dient. Irgendwie hatten wir uns das Boot anders vorgestellt 😉 .

Bootsfahrt nach Kuala Tahan

Die Bootsfahrt war zwar etwas unbequem aber dafür viel mehr als nur ein Transportmittel um zum Nationalpark zu kommen. Die Uferlandschaft mit dem sattgrünen Regenwald, Palmen und Wasserbüffeln ist unglaublich schön. Und dann hatten wir auch noch das große Glück eine Herde wilder Elefanten am Ufer zu sehen. Es war total faszinierend die Dickhäuter am Rande des Urwalds zu beobachten. Am Nachmittag erreichten wir dann Kuala Tahan und machten uns mit unseren Backpacks in der Hitze auf den Weg zu unserer Unterkunft. Das kleine Städtchen hat außer vielen Guesthouses, kleinen Shops und einer Handvoll Restaurants nicht viel zu bieten. Abends haben wir uns dann noch mit dem netten deutschen Pärchen zum Abendessen getroffen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

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Canopy Walkway und Bukit Teresek

Auf Empfehlung unseres netten Gastgebers hin haben wir uns am nächsten Morgen auf den Weg in den Dschungel gemacht. Dazu überquert man zunächst mit einem Boot den Fluss, denn der Nationalpark beginnt auf der anderen Flussseite. Als erstes ging es über Holzstege durch den Dschungel zum Canopy Walkway, dem längsten Hängebrückensystem der Erde mit einer Länge von 530m. Wackelige Hängebrücken führen in schwindelerregender Höhe (40m) auf einer Ebene mit den Baumkronen zwischen den riesigen Bäumen entlang. Die Brücken schaukeln ganz schön aber es lohnt sich den Dschungel mal von oben zu betrachten.

Danach ging es bei extremer Luftfeuchtigkeit und Hitze den Bukit Teresek hinauf zu einem schönen Aussichtspunkt.

Anschließend nahmen wir wie von unserem Host empfohlen einen anderen Weg ohne Holzstege mitten durch den Dschungel um zurück nach Kuala Tahan zu kommen. Wir wurden schon im Vorfeld gewarnt, dass es im Dschungel sehr sehr viele Blutegel gibt und man sehr wahrscheinlich auf der Wanderung welche am Körper haben wird. Und dann plötzlich sahen wir auf dem Weg hier und da dünne kleine Würmchen die sich mit einem Saugnapf am Boden festsaugen und dann lustig zappelnd ihren Kopf Richtung Himmel strecken – die besagten Blutegel.

Wir hatten unsere langen Wanderhosen und Wandersocken an und dachten, wenn wir zügig laufen ohne stehen zu bleiben wird uns schon kein Egel anfallen. Alle paar hundert Meter checkten wir schnell unsere Beine doch bis dahin war noch alles fein. Kurz darauf krempelte ich wieder meine Hose hoch um nachzusehen und da saß ein dicker ekeliger Blutegel an der Innenseite meines Fußknöchels und hatte sich schon angefangen vollzusauen (Blutegel können durch das Blutsaugen das 90-fache ihrer Körpergröße erreichen). Ich kann gar nicht in Worte fassen wie widerlich das war.

Reflexartig versuchte ich ihn wegzuschnipsen – doch keine Chance, er hatte sich bombenfest festgesaugt. Dann hat Dennis ihm eine ordentliche Ladung Moskitospray verpasst woraufhin sich der Blutegel zusammenzog und augenblicklich von mir abließ – was eine Erleichterung. Zum Glück war er nur ganz kurz auf meiner Haut gewesen, sodass die Stelle nicht sonderlich blutete. Eigentlich bluten die Stellen noch Stunden nach, da der Blutegel eine Substanz absondert die die Blutgerinnung verzögert.

Nachdem der erste Schock überstanden war folgte direkt der zweite. Am andern Fuß entdeckte ich noch einen Blutegel, der sich tatsächlich durch meine dicken Wandersocken auf meiner Haut festgesaugt hatte. Nach meinem panischen Schreien besiegte Dennis auch dieses Exemplar mit einem ordentlichen Schub Moskitospray.

Da wir erst ein kurzes Stück des Rückweges durch den Dschungel gelaufen waren sind wir in einem unglaublichen Tempo ein paar hundert Meter Berg hoch zurück zu dem Wegenetz mit Holzstegen gesprintet. Für weitere Blutegelattacken wären unsere Nerven definitiv nicht stark genug gewesen. (Blutegel sind übrigens in der Regel nicht gefährlich und werden sogar in der Medizin eingesetzt). Nachdem wir uns akribisch auf weitere Egel abgesucht hatten und zum Glück keinen entdeckten nahmen wir den selben Weg wie morgens zurück zur Unterkunft und waren froh als wir frisch geduscht und blutegelfrei den Tag ausklingen lassen konnten.

Über Holzstege durch den Dschungel
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Unterkunftstipp:

Hana Guesthouse: Kleine saubere Zimmer mit eigenem Bad und warmen Wasser. Der Besitzer ist sehr nett und hilfsbereit – er hat uns sogar am Ende unseres Aufenthalts mit Gepäck zur Bushaltestelle gefahren. Ein richtiges Frühstück wird nicht angeboten aber es gibt morgens eine Ecke mit kostenfreiem Toast, Butter, Marmelade, Tee und Kaffee an der man sich bedienen kann.

Restauranttipps:

Kuala Tahan hat leider sehr wenige Restaurants und vor allem kaum gute Restaurants.

Aus Mangel an Alternativen waren wir zweimal im Family Restaurant, das auf einem Steg im Fluss liegt. Das Essen ist in Ordnung aber definitiv kein Highlight (unter keinen Umständen einen Pancake bestellen – ungenießbar).

Deutlich schöner und qualitativ hochwertiger, dafür aber auch deutlich teurer, ist das Seri Mutiara Restaurant, das in einem Resort auf der anderen Flussseite am Eingang des Nationalparks liegt. Hier haben wir abends das reichhaltige Büfett für 40 MYR (~8€) genossen, das sowohl landestypische als auch westliche Auswahl bietet.