Von Berastagi sind wir weitergereist Richtung Gunung Leuser Nationalpark um den Dschungel zu erkunden und vor allem wilde Orang-Utans zu treffen.

Bukit Lawang

Als wir mittags im Ausgansgort Bukit Lawang ankamen mussten wir noch eine ganze Ecke mit unseren Backpacks zur Unterkunft laufen, denn richtige Straßen die von Autos befahren werden können gibt es hier nicht. Das kleine charmante Städtchen besteht aus schmalen Gassen mit Häuschen links und rechts von einem Fluss und grenzt direkt an den Dschungel. Die zwei Uferseiten sind durch einige abenteuerliche und wenig vertrauenserweckende Hängebrücken miteinander verbunden. Je weiter wir den Fluss hochliefen, desto mehr Dschungelfeeling kam auf, denn man konnte auf der anderen Flusseite bereits dichten Regenwald sehen und das Klima war tropisch heiß und feucht.

Angekommen in unserer wunderschönen Unterkunft (Ecotravel Cottages), die direkt am Fluss mit Blick in den Urwald lag, hatten wir dann beim Einchecken das große Glück in einem Baum am Rande des Dschungels eine Orang-Utan Mutter mit ihrem Jungen zu sehen. Besser kann man gar nicht in ein Dschungelabenteuer starten 🙂 Obendrein konnten wir auch noch zwei große Warane beim Baden im Fluss beobachten. Einfach herrlich.

Den Rest des Tages haben wir das kleine verschlafene Städtchen erkundet, das an diesem Tag auch von zahlreichen Einheimischen aus der Umgebung besucht wurde da Sonntag war. Die Locals kommen hierher um im Fluss zu schwimmen und die Natur zu genießen. In Bukit Lawang gibt es einige schöne Restaurants mit tollem Ausblick auf den Fluss und den angrenzenden Dschungel, in denen man den Abend gemütlich ausklingen lassen kann. Als i-Tüpfelchen in Sachen Atmosphäre spielen meist ein paar Einheimische Gitarre und singen dazu. Ansonsten kann man auch einfach in einer Hängematte liegen, den Geräuschen des Dschungels und dem Rauschen des Flusses lauschen und die Seele baumeln lassen. An diesem Abend hat es unglaublich stark geschüttet und heftig gewittert, was schon etwas gruselig war, aber wir saßen zum Glück im Trockenen.

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Unterkunftstipps:

EcoTravel Cottages: die wohl schönste Unterkunft in Bukit Lawang – modern, sauber, super gemütlich, eine tolle Aussicht und das zu fairen Preisen

Garden Inn: tolles günstiges Guesthouse mit schönen Bungalows, die eine perfekte Aussicht bieten

Junia Guest House: charmante Unterkunft mit schönen Bungalows (allerdings nicht so eine schöne Aussicht wie die anderen beiden) und gutem Restaurant

Dschungel-Trekking

Weshalb wir aber eigentlich da waren ist das Dschungel-Trekking. Wir haben zusammen mit einem Guide und einem anderen Pärchen einen Tag im Regenwald verbracht. Morgens ging es los und wir sind zunächst durch Kautschukplantagen in den Dschungel gewandert. Auf dem Weg konnten wir viele Thomas Leaf Affen mit ihren lustigen Punkerfrisuren beobachten und sogar mit Nüssen vom Boden füttern. Dann ging es über Stock und Stein, durch Gestrüpp, unter und über umgefallenen Bäumen her, Abhänge hoch und runter, durch kleine Bäche… quer durch den Dschungel auf der Suche nach wilden Orang-Utans. Da es die Tage vorher geregnet hatte war alles besonders schlammig und nass, sodass wir nach der Wanderung wieder gut aussahen 😀 .

Irgendwann entdeckten wir dann den ersten Orang-Utan und eine Mischung aus Magie und Respekt machte sich breit. Wenn ein riesiges Orang-Utan Männchen majestätisch durch die Baumkronen schwingt oder sich ganz gemächlich auf allen Vieren am Boden in deine Richtung bewegt wird es einem zunächst schon etwas mulmig, zumal wir den Tieren unheimlich nah kamen und uns nur ein paar Meter trennten. Später sahen wir dann auch noch das zugehörige Weibchen mit Jungem und eine zweite Orang-Utan Familie. Die Tiere sind wahnsinnig faszinierend und beeindruckend und erinnern in vielerlei Hinsicht an uns Menschen. Wir haben natürlich auch noch jede Menge Insekten und andere Tiere, wie z.B. einen Waran gesehen.

Am Nachmittag kamen wir dann völlig schlammig, verschwitzt und erschöpft am Ufer des Flusses an um auf einem Tube (eine Art großer luftgefüllter Reifen) zurück nach Bukit Lawang zu raften. Das Wasser war eine willkommene Abkühlung und in rasantem Tempo ging es einige Stromschnellen hinab. Ein gelungener Abschluss für einen aufregenden und unvergesslichen Tag im Dschungel. Das einzig Ärgerliche war, dass vor allem ich trotz sehr viel Moskitospray und langer Hose ziemlich von den kleinen Mistviechern zerstochen wurde.

Thomas Leaf Monkey
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Bat Cave

Am nächsten Tag sind wir vor unserer Abreise noch zur Bat Cave gelaufen, einer riesigen Höhle mit 3 großen Einzelhöhlen. Mit einem Guide haben wir uns im Dunkeln mit Taschenlampen ausgerüstet durch enge Felsspalten gequetscht und sind glitschige Steine hochgeklettert um diesen mystischen Ort zu erkunden. In der Höhle leben große Schwärme Fledermäuse, Vögel, Kröten, Skorpione, Spinnen, kleine Fische, Krebse und noch viel mehr Krabbelgetier. Die einstündige Tour war super interessant, wenn auch einige Tiere etwas angsteinflößend sind.

Da zeitgleich eine große Reisegruppe von Studenten aus Banda Aceh (Nordsumatra) in der Höhle unterwegs war und uns als einzige Europäer äußerst interessant fand, mussten wir zahlreiche Selfies mit ihnen machen und ich durfte am Ende noch mit aufs Gruppenfoto 😀 .

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Zurück in der Unterkunft hieß es dann nach drei wunderschönen Tagen im Dschungeldörfchen Bukit Lawang Tschüss zu sagen und auf ins nächste Abenteuer zu starten. Mit einem Fahrer ging es wieder nach Medan (dank verstopfter Straßen und schlechter Fahrbahn mal wieder ein langes Vergnügen), wo am Abend unser Flieger in den Norden nach Banda Aceh ging. Doch davon bald mehr….