Berastagi

Vom Tobasee ging es mit einem Minibus in ca. 3.5h nach Berastagi, einer kleinen Stadt die Ausgangspunkt für verschiedene Aktivitäten wie z.B. Vulkanbesteigungen ist. Unsere Illusion von drei Tagen in einer hübschen Kleinstadt wurde uns bereits auf der Fahrt von unseren Mitreisenden genommen, die schon ein paar Tage in Berastagi verbracht hatten. Dort sei es eher dreckig, etwas heruntergekommen und es gäbe kaum westliche Touristen.

Und so war es dann auch: Berastagi könnte man als graues Loch mit wenig Charme beschreiben. Hinzu kam noch, dass es hier relativ kalt und regenreich war. Aber wir waren ja nicht wegen der Stadt sondern für die Ausflüge in die umliegenden Landschaften hier.

Von unserem Hotel, das zum Glück etwas außerhalb des schäbigen Stadtzentrums lag (das Hotel war deshalb aber leider trotzdem nicht weniger schäbig), haben wir meist ein „Oplet“ für die paar hundert Meter in die Stadt genommen. Das sind kleine Minibusse wo hinten die Tür fehlt und nur zwei schmale Sitzbänke links und rechts angebracht sind (man könnte sie auch besser als Schrotthaufen auf vier Rädern beschreiben). Es fahren super viele Oplets, sodass man sich einfach an den Straßenrand stellt, das nächste heranwinkt und hinten reinklettert – super günstig und schnell um von A nach B zu kommen.

In Berastagi gibt es einen großen bunten Obst- und Gemüsemarkt, auf dem man viele exotische Früchte entdecken kann. Die Region ist bekannt für den Anbau von Obst und Gemüse, was hier aufgrund des milden Klimas super gedeiht. Abends sind wir noch entlang der vielen mobilen Essensstände geschlendert, die die Hauptstraße säumen. Unter gespannten Planen sitzen die Einheimischen auf kleinen Plastikhockern und essen die frisch zubereiteten lokalen Spezialitäten. Wir haben uns dann aber doch lieber auf die Suche nach einem „richtigen“ Restaurant gemacht, um uns nicht den Magen zu verderben.

Die Suche nach einem Restaurant gestaltete sich eher schwierig. Bei TripAdvisor gab es nur eine Handvoll Einträge an Restaurants, von denen einige geschlossen waren. Zunächst versuchten wir unser Glück in einem Unterstand mit kleinen Imbisswagen. Obwohl wir explizit „not spicy“ & „no Chilli“ bestellt hatten, war das Essen unglaublich scharf, sodass es ungenießbar war. Wir fanden dann noch ein chinesisches Restaurant, das ganz ordentlich aussah und leckeres Essen servierte. Hier haben wir aus Mangel an Alternativen an allen drei Tagen gegessen.

Berastagi
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Spisopiso Wasserfall

Am nächsten Morgen starteten wir dann in einen Tagesausflug mit einem privaten Fahrer zum 120m hohen Spisopiso Wasserfall, dem höchsten Wasserfall Indonesiens. Von dort hat man auch einen superschönen Ausblick auf den Tobasee.

Auf dem Weg zum Wasserfall machten wir noch verschiedene Stops. Zunächst hielten wir am „Taman Alarm Lumbini“, einem buddhistischen Tempel mit viiiiiel Gold. Danach ging es noch in die zwei traditionellen Dörfer Dokan und Lingga, in denen man alte Batakhäuser findet. In Lingga wurden wir von einem Einheimischen rumgeführt, der uns viele interessante Einblicke in die lokale Kultur und das Dorfleben geben konnte. Wir hatten sogar die Möglichkeit uns eins der traditionellen Häuser von innen anzuschauen. In solch einem Haus leben 8 Familien mit insgesamt ca. 40 Leuten. Jede Familie hat eine Feuerstelle im Haus, wo gekocht wird. Der Rauch zieht nach oben ab, aber es ist trotzdem extrem verräuchert. Vom Hauptraum zweigen dann einige kleine Zimmer ab – unvorstellbar dass hier 40 Leute leben. Eine Toilette gibt es übrigens nicht. Man geht in die Natur und nimmt sich einen Stock mit um Schweine zu verjagen, sodass man ungestört sein Geschäft verrichten kann. Handys sind auch Fehlanzeige. Die Jungs müssen Flöte spielen lernen um die Mädels, die meist am Fenster des Hauses sitzen, mit ihrer Melodie für sich zu gewinnen. Das ist doch irgendwie romantisch 🙂 .

Dann ging es schließlich noch in die Nähe des sehr aktiven Vulkans Sinabung. Die umliegenden Dörfer sind von einer leichten Ascheschicht bedeckt und man kann manchmal kleine Eruptionen beobachten.

Buddhistischer Tempel
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Besteigung des Sibayak

Beim Thema Vulkan sind wir schon ganz richtig. Am nächsten Tag haben wir mit einem super netten lokalen Guide den Sibayak – einen zweiten Vulkan in der Nähe – bestiegen. Der Aufstieg zum Vulkankrater war relativ einfach und schnell. Der Ausblick von oben auf die umliegende Landschaft und den rauchenden Sinabung Vulkan ist atemberaubend. Um einen herum zischt Wasserdampf und geruchsintensiver Schwefel aus dem Boden. Es sieht irgendwie aus wie auf dem Mond. Nachdem wir eine lange Gipfelpause genossen und viele Fotos geknipst hatten, starteten wir den anspruchsvollen und anstrengenden Abstieg durch den Dschungel. Es ging durch enge Blättertunnel, extrem rutschige Abhänge hinunter (da es die vorherigen Tage geregnet hatte war es super matschig und glitschig), durch Bambuswald, hohes Gras… Wie wir danach aussahen könnt ihr auf den Fotos sehen 😀

Am Fuße des Vulkans warteten heiße Pools gespeist aus einer natürlichen heißen Quelle auf uns, in denen wir uns von der anstrengenden Wanderung erholen konnten bevor es zurück ins Hotel ging.

Obwohl Berastagi als Stadt nicht überzeugen konnte, so lohnt sich ein Aufenthalt trotzdem sehr, da die umliegende Landschaft sehr beeindruckend ist und man sich gerade die Besteigung des Sibayak nicht entgehen lassen sollte – ein echtes Highlight auf Sumatra.

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