Fahrt von Kandy nach Negombo

Schon ist der letzte Tag in Sri Lanka gekommen und wir reisen von Kandy weiter nach Negombo, was mehr oder weniger direkt neben dem Flughafen liegt, von wo wir am nächsten Tag in neue Abenteuer aufbrechen werden.

Der Tag begann jedoch mit einigen Komplikationen. Zunächst mussten wir noch leckeres Frühstück und Snacks für die Fahrt kaufen, da Frühstück leider nicht die Stärke unserer Unterkunft war (zumindest kannten die nicht unseren Hunger 😀 ).

Mit dem Tuk Tuk sind wir also in die Stadt und haben auf dem Weg noch drei Geldautomaten aufgesucht. Alle waren anders aber in einer Sache gleich: Keiner wollte uns Geld geben 🙁

Am Bahnhof angekommen konnten wir jedoch auch dieses Problem am vierten Automaten im fünften Anlauf lösen und danach das Tuk Tuk bezahlen. Dass der Fahrer warten musste ist übrigens kein Problem. Da die Menschen meist den ganzen Tag warten oder sich mit irgendwas die Zeit vertreiben, sind sie das ganz gut gewöhnt 🙂

Der 05.09.2017 ist in Sri Lanka ein Feiertag, was bereits die nächsten Herausforderungen mit sich brachte. Aufgrund des Feiertages war der Bahnsteig restlos überfüllt und von unseren bisherigen Zugfahrten ahnten wir bereits, dass der Zug Richtung Colombo sehr voll sein würde. Zur Nervenstärkung wollten wir uns bei der Hitze noch ein Eis am Bahnhof gönnen, doch daraus wurde nichts. Es war so gerade 12:45 Uhr und der Kiosk war restlos „sold out“. Ohne Eis setzte bei uns dann leider ein kurzes Stimmungstief ein (Zugegebenermaßen eher bei mir 😉 ).

Als der Zug dann einfuhr und die Leute den Zug bestiegen waren wir in unserer Befürchtung bestätigt. Der Zug platzte aus allen Nähten. Die Passagiere standen von außen in den Türen und konnten sich noch so gerade festhalten. Die Tatsache, dass Singhalesen immer mit ihrer gesamten Familie und gefühlt dem halben Hausstand reisen, machte es nicht einfacher. Trotz ein wenig Drücken bei den Leuten in der Tür kamen wir nur mit einem Fuß in den Zug. Da der Rest von uns nicht reinpasste haben wir den Versuch in den Wagon zu kommen dann abgebrochen.

Nach Rücksprache mit den Bahnmitarbeitern (wir haben immer mehrere gefragt, da es meist leichte bis mittelschwere Kommunikationsprobleme gibt und wir uns so aus allen Antworten das Übereinstimmendste heraussuchen können) zeigte sich, dass später noch ein Zug kommen solle, der aber laut Bahn genauso voll wird. Deshalb entschieden Lara und ich uns kurzerhand das Vehikel zu wechseln und machten uns auf die Suche nach einem Taxi. So vollgepackt bei dem heißen Wetter war eine Zugfahrt für uns einfach nicht machbar, auch wenn der Bahnmitarbeiter überzeugt war, dass wir noch in den Zug passen (wer weiß, vielleicht gab es ja noch Hängeplätze unter der Decke 😀 ).

Nach kurzer aber spannender Verhandlung fanden wir mit Sanath einen sehr netten Singhalesen, der uns die knapp 100 km in drei Stunden gefahren hat. Hinter jeder Kurve gibt es auf der Strecke scheinbar etwas anderes, für was die Region berühmt ist (Töpferware, Lederprodukte…). Nach einiger Zeit hielten wir noch in einer Teafactory und haben uns angesehen wie der weltberühmte schwarze und grüne Tee verarbeitet wird. Da wir auf unserer Reise an zahlreichen Teeplantagen vorbeigekommen sind (z.B von Ceylon), war dies ein interessanter Stop und einen Gratistee bekamen wir auch noch.

Die weitere Fahrt war dann doch etwas anstrengend, wenn auch deutlich bequemer als ein überfüllter Zug. Der Singhalese fährt auf zweispurigen Straßen immer drei- oder vierspurig und vergisst wenn er zum Überholen ansetzt, dass sein Auto (wie jedes Auto hier) strikt untermotorisiert ist. Das macht es ziemlich spannend, aber da eh alle 7 Meter wegen irgendetwas gehupt wird, man einfach dicht auffährt und alle so fahren, passt das. Sanath hat uns während der Fahrt noch Fotoalben von seiner Familie gezeigt, Gästebücher seiner Fahrgäste aus über 30 Jahren sowie DVD’s, die zeigen wie er den Adam’s Peak besteigt… ein wirklich toller Typ 🙂

Angekommen in Negombo haben wir noch lecker gegessen im Scandic und etwas relaxt bevor es am nächsten Morgen zum Airport ging.

Kleiner Rückblick

Nach mehr als zwei Wochen in Sri Lanka sind wir um viele unvergessliche Erlebnisse und Erinnerungen reicher. Wir haben tolle, unglaublich lebensfrohe und freundliche Menschen getroffen, haben viele verschiedene Regionen bereist, aber vor allem haben wir uns in Sri Lanka herzlich willkommen gefühlt. Unsere Reise in dieses spannende, abenteuerliche Land steckte voller Überraschungen und atemberaubender Momente.

Obwohl wir in der Nebensaison gereist sind, in der es eigentlich (!) oft regnet, hat uns das Wetter nie im Stich gelassen und so konnten wir einen großartigen, sonnigen Start in unser Abenteuer genießen.

Flaschenpost zum Sorpesee

Unsere lieben Langscheider Freunde haben uns eine Flaschenpost mit auf unser Abenteuer gegeben (vielen Dank nochmal an dieser Stelle). Diese haben wir in Sri Lanka auf große Reise über die Meere dieser Welt Richtung Heimat geschickt. Möge die kleine Botschaft auf dem Weg zum Sorpesee viele tolle Stationen erleben bevor sie irgendwann am Sorpeufer angespült wird 😉

Liebe Grüße nach Langscheid!

Nun auf in neue Abenteuer… Singapore is calling!

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