Zugfahrt von Ella nach Nanu Oya

Die Zugstrecke durch das Hochland Sri Lankas von Ella nach Kandy gilt als eine der schönsten Asiens. Den ersten Teil davon sind wir heute gefahren. Hinter jeder Kurve erwartet einen ein neuer atemberaubender Ausblick. Man fährt in gemütlicher Geschwindigkeit durch Teefelder, kann den Singhalesen bei der Feldarbeit zusehen und passiert kleine Dörfchen mit Gemüsemärkten. Auf einem Sitzplatz am Fenster, den Fahrtwind im Gesicht, ist diese Zugfahrt definitiv zu empfehlen.

« 1 von 13 »

Horton Plains Nationalpark

3.5h später hielt der Zug dann ratternd im kleinen Örtchen Nanu Oya. Nachdem wir alle aufdringlichen Tuk Tuk Fahrer am Bahnhof abgewimmelt hatten (wir haben uns schon überlegt einfach ein großes Schild mit „NO“ hochzuhalten) liefen wir die paar hundert Meter mit unseren Backpacks auf dem Rücken zu Fuß Richtung Unterkunft. Wir waren schon gespannt auf unser Zimmer für die Nacht, das im Internet sehr gut bewertet war. Die Vorfreude verflog jedoch relativ schnell als sich zeigte, dass Nanu Oya eher ein kleines dreckiges Dorf ist und unser Zimmer von der Größe einer Abstellkammer überall schimmelte. In dieser Gegend ist es sehr feucht, worauf die singhalesischen Häuser überhaupt nicht ausgerichtet sind. Zum Glück hatten wir hier nur eine Nacht gebucht.

Am nächsten Morgen sind wir schon in aller Frühe um 5 Uhr mit einem Tuk Tuk zu den etwa 1 1/4h entfernten Horton Plains aufgebrochen. Bei dem kalten Fahrtwind waren wir froh unsere warmen Jacken anzuhaben. Fast am Ziel ging es noch einige Serpentinen hoch und wir legten einen kurzen Stop ein um den wunderschönen Sonnenaufgang zu bestaunen. Die Zeit schien für einen Moment stillzustehen als die ersten Sonnenstrahlen auf die nebelige Hügellandschaft fielen.

Gegen 6.15 Uhr sind wir am Ausgangspunkt für den Rundwanderweg angekommen, auf dem uns Großartiges erwarten sollte: das Ende der Welt (und das gleich zweimal: in klein und in groß)! Der Tau auf den noch nebeligen Wiesen links und rechts funkelte in der Morgensonne und wir konnten mehrere Sambarhirsche (die von den Einheimischen auch „Elch“ genannt werden) beobachten, die in den Horton Plains zu Hause sind. Der Weg führte durch die wunderschöne Landschaft, teils durch uralte Wälder, über Stock und Stein zunächst zum „Small World’s End“, einer 270m abfallenden Steilklippe und anschließend zum „World’s End“ mit einer Höhe von 870m. Wir hatten super Glück mit dem Wetter. Meistens ist es hier sehr nebelig und man kann gar nichts sehen. An diesem Tag war der Ausblick aber dank Sonne und klarer Sicht überragend. So sieht also das Ende der Welt aus…

Auf dem weiteren Weg ging es noch an den Baker’s Falls (schönen Wasserfällen) vorbei. Wieder am Ausgangspunkt angekommen wartete unser Fahrer auf uns. Nach ein paar Metern im Tuk Tuk bekamen wir Besuch von einem hungrigen Hirsch, den wir mit Bananen fütterten und sogar streicheln konnten (soo kuschelig weich).

Zurück in Nanu Oya haben wir dann im Rekordtempo unsere Backpacks gepackt um schnellstmöglich aus dem Schimmelzimmer zu kommen und den nächsten Zug Richtung Hatton zu erwischen. Adam’s Peak is calling!

« 1 von 40 »